Dienstag, 14 Ramadan 1447 | 03/03/2026
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Media Office
Wilaya Libanon

H.  6 Sha'aban 1447 No: 1447/17
M.  Sonntag, 25 Januar 2026

Presseverlautbarung

Tripoli zwischen fortlaufender Vernachlässigung und den Opfern eingestürzter Gebäude!

(Übersetzt)

Nach der tragischen Katastrophe, die sich im Stadtteil al-Qubba in Tripoli ereignet hat, sowie angesichts der ihr vorausgegangenen wiederholten Einstürze alter Gebäude, die mehreren Bewohnern der Stadt das Leben kosteten, wollen wir gegenüber der Öffentlichkeit Folgendes hervorheben:

Erstens: Diese Vorfälle sind längst keine Einzelfälle oder Naturkatastrophen mehr, sondern die unmittelbare Folge chronischer Vernachlässigung und gravierenden Versagens, für das sowohl die Zentralregierung und die Kommunalverwaltung sowie die wechselnden politischen Führungen der Stadt Tripoli verantwortlich sind. Es ist offenkundig, dass zahlreiche Gebäude in Tripoli, die vor vielen Jahrzehnten errichtet wurden, gravierende Schäden an der Baustruktur aufweisen – in einem Umfeld, in dem es an einer umfassenden bautechnischen Bestandsaufnahme, an Präventionsplänen und an Evakuierungsmaßnahmen fehlt, trotz wiederholter Warnungen durch Ingenieure, Anwohner und Fachleute.

Zweitens: Wir betonen, dass das Schweigen angesichts dieser Gefahr und das Unterlassen der erforderlichen Maßnahmen – insbesondere seitens der Verantwortlichen – einer Mitverschuldung der Tragödie gleichkommt. So stellt die Betreuung der Angelegenheiten der Menschen im Islam eine verbindliche islamrechtliche Pflicht dar und nicht eine Option. Der Gesandte Allahs (s) sprach:

«الْإِمَامُ رَاعٍ وَهُوَ مَسْؤُولٌ عَنْ رَعِيَّتِهِ»

„Der Imam ist ein Hüter, und er ist verantwortlich für seine Bürger.“

Daraus folgt, dass der Schutz menschlichen Lebens und die Abwendung von Gefahrenquellen eine unmittelbare islamrechtliche Pflicht des Staates und seiner lokalen Behörden ist. Jede Nachlässigkeit, die – trotz bestehender Möglichkeit zur Prävention und Abhilfe – zum Tod von Menschen führt oder sie einer Gefahr aussetzt, gilt als islamrechtlich sündhaftes Vergehen und ist als Verletzung des anvertrauten Amtes zu werten und nicht lediglich als administratives Versagen.

Drittens: Familien in einsturzgefährdeten Gebäuden wohnen zu lassen, obgleich man um deren Gefährlichkeit weiß, fällt islamrechtlich unter das verbotene Zufügen von Schaden (ḍirār). Der Gesandte Allahs (s) sprach:

«لَا ضَرَرَ وَلَا ضِرَارَ»

„Es darf weder Schaden zugefügt noch mit Schaden vergolten werden.”

Viertens: Was den Schmerz und das Gefühl der Ungerechtigkeit zusätzlich verstärkt, ist das offenkundige Ungleichgewicht in der staatlichen Fürsorge zwischen den libanesischen Städten. Während Städte, deren Einwohnerzahl nicht einmal der eines einzelnen Straßenzugs in Tripoli entspricht und die in unmittelbarer Nähe liegen – wie Jbeil oder Batroun –, über moderne Infrastruktur, kontinuierliche Instandhaltung und eine strenge Überwachung der Bausubstanz verfügen, wird Tripoli, eine der größten und bevölkerungsreichsten Städte des Libanon, ohne eine umfassende bautechnische Erfassung, ohne Notfallfonds und ohne Schutz- oder Präventionsplan sich selbst überlassen. Diese eklatante Ungleichbehandlung steht im Widerspruch zur Gerechtigkeit, die Allah anbefohlen hat. Denn Allah – Gepriesen sei Er, sagt:

﴿إِنَّ اللَّهَ يَأْمُرُ بِالْعَدْلِ

Wahrlich, Allah gebietet die Gerechtigkeit. (16:90)

Fünftens: Zahlreiche politische Verantwortungsträger in Tripoli zählen zu den vermögendsten Persönlichkeiten und verfügen über erhebliche finanzielle Ressourcen; einige von ihnen gehören gar zur Spitze der einflussreichen Wirtschafts- und Finanzelite. Sie besitzen Einfluss, Mittel und Handlungsspielräume. Dennoch sind sie ihrer islamrechtlichen Pflicht gegenüber ihrer Stadt und deren Bewohnern nicht nachgekommen – weder aus Machtposition heraus noch im Sinne gesellschaftlicher Solidarität oder aus moralischer Verantwortung.

Welche Rechtfertigung kann von jemandem akzeptiert werden, der über Geld und Entscheidungsgewalt verfügt und dennoch zulässt, dass die Menschen seiner Stadt unter maroden Hausdächern dem Tod überlassen werden?

Sechstens: Die jüngst im Land verzeichneten Erdstöße – so begrenzt sie auch gewesen sein mögen – stellten eine deutliche Warnung dar, die die Fragilität der alten Bausubstanz aufdeckt und jede Rechtfertigung des Schweigens oder Zuwartens hinfällig macht.

Denn wer nach erlangter Kenntnis schweigt, macht sich schuldig; wer nach erfolgter Warnung zögert, trägt Verantwortung – und jede Verzögerung kann ein weiteres Opfer bedeuten.

Siebtens: Wir fordern klar und deutlich:

·       Durchführung einer umfassenden und unverzüglichen bautechnischen Bestandsaufnahme aller alten Gebäude in Tripoli.

·       Veröffentlichung einer offiziellen Liste der einsturzgefährdeten Gebäude unter vollständiger Transparenz.

·       Sofortige Evakuierung im Gefahrenfall unter Bereitstellung angemessenen Ersatzwohnraums.

·       Einrichtung eines speziellen Notfallfonds für Tripoli zur Sanierung alter Gebäude.

·       Rechenschaftsforderung von allen Verantwortlichen, die frühere Berichte vernachlässigt oder ignoriert haben.

Abschließend gilt: Jene, die unter den Trümmern ihr Leben verloren haben, sind nicht Opfer von Erdbeben und nicht Opfer der Zeit, sondern Opfer politischer Vernachlässigung und offenkundigen islamrechtlichen Versagens. Jeder wird vor Allah Rechenschaft ablegen müssen – noch vor der weltlichen Justiz: Wo wart ihr, als die Wände Risse zeigten, die Gefahr bekannt war und Rettung möglich gewesen wäre?!

Allah, der Erhabene, sagt:

﴿وَسَيَعْلَمُ الَّذِينَ ظَلَمُوا أَيَّ مُنقَلَبٍ يَنقَلِبُونَ﴾

Und diejenigen, die Unrecht tun, werden erfahren, zu welchem Ende sie zurückkehren werden. (26:227)

Und der Gesandte Allahs (s) sagte:

«اللهُمَّ مَنْ ولِي من أمْرِ أُمَّتِي شيئاً فَشَقَّ عليهم فاشْقُقْ علَيهِ، ومَنْ ولِيَ من أمرِ أُمَّتِي شيئاً فَرَفَقَ بِهمْ فارْفُقْ بِهِ»

„O Allah, wer auch immer in meiner Umma die Führung innehat und den Menschen Härte zufügt, dem füge Härte zu; und wer in der Führung meiner Umma Milde zeigt, dem sei milde.”

Möge Allah dem Kalifen der Muslime, ʿUmar (r), gnädig sein, der sagte: „Wenn ein Kamel – oder er sagte eine Ziege, oder ein Fohlen – im Euphrat zugrunde geht, fürchte ich, dass Allah mich darüber zur Rechenschaft ziehen könnte.“ Wenn eine solche Verantwortung für ein Tier in einem islamischen Staat besteht, wie viel mehr erst für das Leben eines Menschen?!

Medienbüro von Hizb-ut-Tahrir / wilāya Libanon

 

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Presseverlautbarung

Tripoli zwischen fortlaufender Vernachlässigung und den Opfern eingestürzter Gebäude!

(Übersetzt)

Nach der tragischen Katastrophe, die sich im Stadtteil al-Qubba in Tripoli ereignet hat, sowie angesichts der ihr vorausgegangenen wiederholten Einstürze alter Gebäude, die mehreren Bewohnern der Stadt das Leben kosteten, wollen wir gegenüber der Öffentlichkeit Folgendes hervorheben:

Erstens: Diese Vorfälle sind längst keine Einzelfälle oder Naturkatastrophen mehr, sondern die unmittelbare Folge chronischer Vernachlässigung und gravierenden Versagens, für das sowohl die Zentralregierung und die Kommunalverwaltung sowie die wechselnden politischen Führungen der Stadt Tripoli verantwortlich sind. Es ist offenkundig, dass zahlreiche Gebäude in Tripoli, die vor vielen Jahrzehnten errichtet wurden, gravierende Schäden an der Baustruktur aufweisen – in einem Umfeld, in dem es an einer umfassenden bautechnischen Bestandsaufnahme, an Präventionsplänen und an Evakuierungsmaßnahmen fehlt, trotz wiederholter Warnungen durch Ingenieure, Anwohner und Fachleute.

Zweitens: Wir betonen, dass das Schweigen angesichts dieser Gefahr und das Unterlassen der erforderlichen Maßnahmen – insbesondere seitens der Verantwortlichen – einer Mitverschuldung der Tragödie gleichkommt. So stellt die Betreuung der Angelegenheiten der Menschen im Islam eine verbindliche islamrechtliche Pflicht dar und nicht eine Option. Der Gesandte Allahs (s) sprach:

«الْإِمَامُ رَاعٍ وَهُوَ مَسْؤُولٌ عَنْ رَعِيَّتِهِ»

„Der Imam ist ein Hüter, und er ist verantwortlich für seine Bürger.“

Daraus folgt, dass der Schutz menschlichen Lebens und die Abwendung von Gefahrenquellen eine unmittelbare islamrechtliche Pflicht des Staates und seiner lokalen Behörden ist. Jede Nachlässigkeit, die – trotz bestehender Möglichkeit zur Prävention und Abhilfe – zum Tod von Menschen führt oder sie einer Gefahr aussetzt, gilt als islamrechtlich sündhaftes Vergehen und ist als Verletzung des anvertrauten Amtes zu werten und nicht lediglich als administratives Versagen.

Drittens: Familien in einsturzgefährdeten Gebäuden wohnen zu lassen, obgleich man um deren Gefährlichkeit weiß, fällt islamrechtlich unter das verbotene Zufügen von Schaden (ḍirār). Der Gesandte Allahs (s) sprach:

«لَا ضَرَرَ وَلَا ضِرَارَ»

„Es darf weder Schaden zugefügt noch mit Schaden vergolten werden.”

Viertens: Was den Schmerz und das Gefühl der Ungerechtigkeit zusätzlich verstärkt, ist das offenkundige Ungleichgewicht in der staatlichen Fürsorge zwischen den libanesischen Städten. Während Städte, deren Einwohnerzahl nicht einmal der eines einzelnen Straßenzugs in Tripoli entspricht und die in unmittelbarer Nähe liegen – wie Jbeil oder Batroun –, über moderne Infrastruktur, kontinuierliche Instandhaltung und eine strenge Überwachung der Bausubstanz verfügen, wird Tripoli, eine der größten und bevölkerungsreichsten Städte des Libanon, ohne eine umfassende bautechnische Erfassung, ohne Notfallfonds und ohne Schutz- oder Präventionsplan sich selbst überlassen. Diese eklatante Ungleichbehandlung steht im Widerspruch zur Gerechtigkeit, die Allah anbefohlen hat. Denn Allah – Gepriesen sei Er, sagt:

﴿إِنَّ اللَّهَ يَأْمُرُ بِالْعَدْلِ

Wahrlich, Allah gebietet die Gerechtigkeit. (16:90)

Fünftens: Zahlreiche politische Verantwortungsträger in Tripoli zählen zu den vermögendsten Persönlichkeiten und verfügen über erhebliche finanzielle Ressourcen; einige von ihnen gehören gar zur Spitze der einflussreichen Wirtschafts- und Finanzelite. Sie besitzen Einfluss, Mittel und Handlungsspielräume. Dennoch sind sie ihrer islamrechtlichen Pflicht gegenüber ihrer Stadt und deren Bewohnern nicht nachgekommen – weder aus Machtposition heraus noch im Sinne gesellschaftlicher Solidarität oder aus moralischer Verantwortung.

Welche Rechtfertigung kann von jemandem akzeptiert werden, der über Geld und Entscheidungsgewalt verfügt und dennoch zulässt, dass die Menschen seiner Stadt unter maroden Hausdächern dem Tod überlassen werden?

Sechstens: Die jüngst im Land verzeichneten Erdstöße – so begrenzt sie auch gewesen sein mögen – stellten eine deutliche Warnung dar, die die Fragilität der alten Bausubstanz aufdeckt und jede Rechtfertigung des Schweigens oder Zuwartens hinfällig macht.

Denn wer nach erlangter Kenntnis schweigt, macht sich schuldig; wer nach erfolgter Warnung zögert, trägt Verantwortung – und jede Verzögerung kann ein weiteres Opfer bedeuten.

Siebtens: Wir fordern klar und deutlich:

·       Durchführung einer umfassenden und unverzüglichen bautechnischen Bestandsaufnahme aller alten Gebäude in Tripoli.

·       Veröffentlichung einer offiziellen Liste der einsturzgefährdeten Gebäude unter vollständiger Transparenz.

·       Sofortige Evakuierung im Gefahrenfall unter Bereitstellung angemessenen Ersatzwohnraums.

·       Einrichtung eines speziellen Notfallfonds für Tripoli zur Sanierung alter Gebäude.

·       Rechenschaftsforderung von allen Verantwortlichen, die frühere Berichte vernachlässigt oder ignoriert haben.

Abschließend gilt: Jene, die unter den Trümmern ihr Leben verloren haben, sind nicht Opfer von Erdbeben und nicht Opfer der Zeit, sondern Opfer politischer Vernachlässigung und offenkundigen islamrechtlichen Versagens. Jeder wird vor Allah Rechenschaft ablegen müssen – noch vor der weltlichen Justiz: Wo wart ihr, als die Wände Risse zeigten, die Gefahr bekannt war und Rettung möglich gewesen wäre?!

Allah, der Erhabene, sagt:

﴿وَسَيَعْلَمُ الَّذِينَ ظَلَمُوا أَيَّ مُنقَلَبٍ يَنقَلِبُونَ﴾

Und diejenigen, die Unrecht tun, werden erfahren, zu welchem Ende sie zurückkehren werden. (26:227)

Und der Gesandte Allahs (s) sagte:

«اللهُمَّ مَنْ ولِي من أمْرِ أُمَّتِي شيئاً فَشَقَّ عليهم فاشْقُقْ علَيهِ، ومَنْ ولِيَ من أمرِ أُمَّتِي شيئاً فَرَفَقَ بِهمْ فارْفُقْ بِهِ»

„O Allah, wer auch immer in meiner Umma die Führung innehat und den Menschen Härte zufügt, dem füge Härte zu; und wer in der Führung meiner Umma Milde zeigt, dem sei milde.”

Möge Allah dem Kalifen der Muslime, ʿUmar (r), gnädig sein, der sagte: „Wenn ein Kamel – oder er sagte eine Ziege, oder ein Fohlen – im Euphrat zugrunde geht, fürchte ich, dass Allah mich darüber zur Rechenschaft ziehen könnte.“ Wenn eine solche Verantwortung für ein Tier in einem islamischen Staat besteht, wie viel mehr erst für das Leben eines Menschen?!

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