Freitag, 18 Rabi' al-awwal 1441 | 15/11/2019
Uhrzeit: (M.M.T)
Menu
Hauptmenü
Hauptmenü
  •   |  

بسم الله الرحمن الرحيم

Die Muslime sind zur Implementierung der Gesetze Allahs (t) verpflichtet

Sie dürfen sich nicht von Wahlen in die Irre führen lassen, welche die Kolonialherrschaft, die über uns angewandt wird, weiter festigen

(Übersetzt)

Dieser Tage wird die Öffentlichkeit mit einer regelrechten Welle an Werbung für die Wahlen überflutet, die die Menschen zur starken Beteiligung an den Wahlen drängt und ihnen das Gefühl zu vermitteln versucht, dass die Wahlen in Tunesien ihnen ermöglichen würden, ihr Schicksal und ihre Zukunft selbst bestimmen zu können. Die Wahlen werden als Möglichkeit dargestellt, etwas zur gegenwärtigen Situation beizutragen, diese zu verändern, das Land zu retten und Lösungen für aktuelle Krisen zu finden.

Während sich der Wahlkampf verschärft, sind insbesondere die folgenden sehr verwirrenden Fragen in aller Munde: Wen wählen wir? Nehmen wir an den Wahlen teil oder boykottieren wir sie? Wenn wir sie boykottieren, lassen wir dann nicht Raum für Scharlatane oder Korrupte, die uns kontrollieren wollen?

Darauf bezugnehmend verlautbaren wir Folgendes:

Wahlen sind im Prinzip nichts anderes, als souveräne freie Wahlen, bei denen alle Wähler aus reiner Überzeugung und freiem Willen heraus jene Personen wählen, die mit der Umsetzung des Systems oder mit der Umsetzung der Gesetze gemäß dem angewandten System betraut werden sollen. Wahlen spiegeln jedoch nicht den wahren Willen der allgemeinen Wählerschaft wider, es sei denn, dass das System ihrem Glauben und ihrer Sichtweise auf das Leben entspricht.

Werfen wir einen Blick auf die aktuellen Wahlen in Tunesien, so sehen wir:

1 – Dass das Überzeugungsfundament, gemäß dem der sogenannte Wahlprozess durchgeführt wird, auf der Lehre der Trennung von Religion und täglichem Leben basiert. Diese Lehre steht im Gegensatz zum islamischen Überzeugungsfundament der Wählerschaft. Der Islam wurde durch die eklatante und arrogante Einmischung der Kolonialmächte von der Macht losgelöst. Diese Kolonialmächte mobilisierten ihre „Experten“ und seit Beginn der Revolution auch Abgesandte, bis sie sich sicher waren, dass die politische Klasse den Islam aufgegeben hat und diesen nicht länger mit der Legislative und der Regentschaft in Verbindung bringt. So gingen die Grundsätze der Wähler verloren, woraufhin ihnen seltsame westliche Grundsätze aufgezwungen wurden.

2 – Was das System anlangt, welches dem Wahlprozess zugrunde liegt, so wird es durch jene künstlich-säkulare Verfassung repräsentiert, deren Festsetzung von den Vereinten Nationen überwacht wurde. Dabei sind die Vereinten Nationen ein Verein aus kriminellen Kolonialstaaten. Als wäre dies nicht genug, war auch die Europäische Union an der Festsetzung dieser Verfassung mitbeteiligt. Deren Präsident zielte auf die Beseitigung des Islam ab. Der gesamte Prozess wurde in Koordination mit dem amerikanischen Juden Noah Feldman durchgeführt. Jeder erinnert sich an die Drohung des Internationalen Währungsfonds (IWF), dass die restlichen Kreditzahlungen nicht getätigt werden würden, wenn die Verfassung nicht vor dem 29.01.2014 ratifiziert würde. So wurde das demokratische System schlussendlich durchgesetzt und sowohl für heilig, als auch für unantastbar erklärt.

3 – In Hinblick auf die Kandidaten, die sich zur Wahl stellen, lässt sich Folgendes sagen: Die erste Bedingung für die Kandidatur besteht darin, vom Kolonialisten zugelassen zu werden; Niemand kann dem Wahlkampf beitreten, ohne zuvor seine Loyalität gegenüber dem demokratischen System bekundet zu haben. Zusätzlich dazu hat seine Auffassung über den Islam in Verbindung mit Regierungsfragen, Gleichberechtigung in Erbfragen und Homosexualität europäischen Bedingungen zu entsprechen. Es ist unmöglich das Amt des Präsidenten anzustreben, ohne von Botschaften oder aus dem Ausland unterstützt zu werden.

Auf diesen Grundlagen bauen die Wahlen in Tunesien auf: eine Lehre, die dem Überzeugungsfundament des Volkes widerspricht; ein seltsames westliches System, das den Menschen durch Zwang und List aufgezwungen wird, sowie Kandidaten nach europäischen Vorgaben. Kann nun noch irgendein vernünftiger Mensch sagen, dass in Tunesien echte Wahlen stattfinden?

Tatsächlich beraubt man das muslimisch-tunesische Volk seines Willens und zwingt es zur Kapitulation.

Schauen wir uns darüber hinaus den allgemeinen Kontext an, in dem die Wahlen stattfinden, so werden wir - unabhängig davon wohin wir blicken - feststellen, dass der Kolonialist, oder zumindest eines seiner Werkzeuge, den gesamten Wahlprozess kontrolliert und bis ins kleinste Detail überwacht:

1 - Die immense Anzahl an ausländischen Interventionen in allen Teilen des tunesischen Staates und seines Verwaltungsapparates ist nicht länger ein Geheimnis. Das politische Zentrum in Tunesien, also sowohl die Regenten als auch oppositionelle Kräfte, akzeptieren diese Interventionen. Mehr noch, sehen sie diese als Notwendigkeit an, womit Tunesien der direkten Kontrolle durch den Kolonialisten unterliegt.

2 - Dutzende westliche Beobachter kamen aus allen Ecken und Enden der Welt nach Tunesien, um den Wahlprozess zu beobachten, und sicherzustellen, dass er so verläuft, wie von den Kolonialherren vorgesehen. Auf diese Weise versucht man zu gewährleisten, dass es keine Abweichungen vom geplanten Kurs gibt, und, dass die Lehrlinge der Demokratie nicht das Programm ihrer Professoren ruinieren.

3 - Der Westen ertränkt sogenannte zivilgesellschaftliche Verbände in finanziellen Mitteln, um so ein wachsames Auge über alles haben zu können. So können sie die Bewegungen der Kandidaten und sogar ihre Atemzüge überwachen. Sie beobachten jedes Wahllokal, jede Aussage und jede Website. Sie schreiben detaillierte Berichte über das gesamte Geschehen, damit die Europäer über die Feinheiten der politischen Szene informiert bleiben, um sie so zu kontrollieren.

Handelt es sich bei dem, was sich in Tunesien ereignet, also um echte Wahlen, oder nicht doch eher um den von uns beschriebenen Schwindel?

Die aktuellen „Wahlen“ sind ein Mittel dazu, das muslimische Volk auf kriminelle Weise auszurauben. Man zwingt es durch Verrat und Verschwörungen dazu, einem Überzeugungsfundament zu folgen, welches seinem eigenen Überzeugungsfundament widerspricht. Darüber hinaus zwingt man dem tunesischen Volk das demokratische System auf. Nur wer vom Westen zugelassen wird, hat die Chance an die Macht zu gelangen. Wir wurden Zeugen darüber, wie Minister von Ben Ali zur politischen Szene zurückkehrten. Daher ist es nicht verwunderlich, dass wir Stimmen vernehmen, welche sogar die Rückkehr Ben Alis fordern.

Dies ist die Vorgehensweise des kolonialistischen Westens, der Bourguiba und Ben Ali zu dem machte, was sie waren. So versucht er sein System aufzubessern und die Fortsetzung seiner Vorherrschaft über Tunesien und alle anderen muslimischen Länder sicherzustellen. Diesmal ist es jedoch eine angebliche „Revolution“, die zu den Wahlen führte.

Was also sollen wir tun? Dies ist die Frage, die sich all jene Aufrichtigen stellen, die ihrem dīn, ihrer Umma und ihrem Land gegenüber treu bleiben.

O ihr Muslime Tunesiens!

Die Antwort auf diese Frage ist bekannt. Die Taten des Menschen sind nicht durchdacht und Weise, noch drücken sie seinen Willen aus, es sei denn, sie entspringen seinem Überzeugungsfundament. Ihr seid Muslime, die an Allah (t) als ihren Herrn und an Muḥammad (s) als Seinen Gesandten glauben, zu dem der Koran herabgesandt wurde, der die Rechtleitung für die Menschheit darstellt und klare Antworten bietet. Woher also stammt eure Verwirrung? Wieso zweifelt ihr? Allah (t) sprach:

﴿وَمَا كَانَ لِمُؤْمِنٍ وَلَا مُؤْمِنَةٍ إِذَا قَضَى اللَّهُ وَرَسُولُهُ أَمْراً أَن يَكُونَ لَهُمُ الْخِيَرَةُ مِنْ أَمْرِهِمْ وَمَن يَعْصِ اللَّهَ وَرَسُولَهُ فَقَدْ ضَلَّ ضَلَالاً مُّبِيناً

Weder für einen gläubigen Mann noch für eine gläubige Frau gibt es, wenn Allah und Sein Gesandter eine Angelegenheit entschieden haben, die Möglichkeit, in ihrer Angelegenheit zu wählen. Und wer sich Allah und Seinem Gesandten widersetzt, der befindet sich ja in deutlichem Irrtum.(33:36)

Allah (t) hat uns dazu verpflichtet Seinem edlen Gesandten (s) zu folgen. Er (t) sprach:

﴿... وَمَا آتَاكُمُ الرَّسُولُ فَخُذُوهُ وَمَا نَهَاكُمْ عَنْهُ فَانتَهُوا وَاتَّقُوا اللَّهَ إِنَّ اللَّهَ شَدِيدُ الْعِقَابِ

Was nun der Gesandte euch gibt, das nehmt; und was er euch untersagt, dessen enthaltet euch. Und fürchtet Allah. Gewiss, Allah ist streng im Bestrafen. (59:7)

Der Prophet (s) errichtete auf Befehl seines Herrn einen Staat, an dessen Spitze er (s) als Staatsoberhaupt nach dem richtete, was von Allah (t) als Offenbarung herabgesandt wurde:

﴿وَأَنِ احْكُم بَيْنَهُم بِمَا أَنزَلَ اللَّهُ وَلَا تَتَّبِعْ أَهْوَاءَهُمْ وَاحْذَرْهُمْ أَن يَفْتِنُوكَ عَن بَعْضِ مَا أَنزَلَ اللَّهُ إِلَيْكَ...﴾

Und so richte zwischen ihnen nach dem, was Allah (als Offenbarung) herabgesandt hat, und folge nicht ihren Neigungen, sondern sieh dich vor ihnen vor, dass sie dich nicht der Versuchung aussetzen (abzuweichen) von einem Teil dessen, was Allah zu dir (als Offenbarung) herabgesandt hat! (5:49)

Es war verboten sich den Ungläubigen (kuffār) zu unterwerfen:

﴿... وَلَن يَجْعَلَ اللَّهُ لِلْكَافِرِينَ عَلَى الْمُؤْمِنِينَ سَبِيلاً

und Allah wird niemals den Ungläubigen die Oberhand über die Gläubigen geben.(4:141)

O ihr Muslime im Land des Olivenbaums!

Die einzig weise politische Tätigkeit besteht heute darin, den Islam in Form eines Staates – dem rechtgeleiteten Kalifat gemäß dem Plan des Prophetentums – zu etablieren. Diese Tätigkeit ist von besonderer Wichtigkeit und stets die Aufgabe der Propheten gewesen. Wer auch immer dieser Tätigkeit nachzugehen versucht, der hat großen Lohn von Allah (t) zu erwarten. Dem Muslim sollte es ausreichen, dass er die Möglichkeit hat, die Aufgabe der Propheten zu verrichten, und sich auf diese Weise die Gesellschaft der Prophetengefährten, muhāǧirūn und anṣār verdienen zu können. Der erste Schritt besteht darin, unser Land aus der Abhängigkeit und Erniedrigung zu befreien und der kolonialen Vorherrschaft ein Ende zu setzen, indem wir zunächst ihre Werkzeuge beseitigen:

1 - Sagt euch von der Lehre der Trennung von Religion und täglichem Leben los und erhebt das islamische Überzeugungsfundament zur Grundlage für all euer Handeln. Das Überzeugungsfundament des Islam ist ein rationales Überzeugungsfundament. Es baut auf absoluten Beweisen auf, die seinen Wahrheitsgehalt belegen. Der Islam verfügt über ein Überzeugungsfundament, welches spirituell und politisch ist. Aus diesem Überzeugungsfundament geht ein gerechtes und allumfassendes göttliches System hervor, welches von Allah (t) offenbart wurde.

2 - Lehnt das kapitalistisch-demokratische System entschieden ab. Dieses System motiviert die Starken dazu, über die Schwachen herzufallen. Es lässt das Leben zu einem Nährboden für jene Kräfte werden, die die Gesellschaft durch finanzielle Mittel und Einfluss kontrollieren. Als wäre das nicht schlimm genug, tun sie dies darüber hinaus im Namen des Volkes und trotz seiner Wünsche, indem sie das Volk täuschen und unterdrücken. Akzeptiert die Systeme des Islams, die das Leben und zwischenmenschliche Beziehungen allumfassend regulieren. Jedem Muslim ist bewusst, dass diese Systeme ein fundamentaler Bestandteil seines dīn sind. Kein vernünftiger Mensch würde diese Tatsache bestreiten. Allah (t) sprach:

﴿وَنَزَّلْنَا عَلَيْكَ الْكِتَابَ تِبْيَاناً لِّكُلِّ شَيْءٍ

Und Wir haben dir das Buch offenbart als klare Darlegung von allem (16:89)

3 - Werdet die Agenten des Kolonialismus und jene Handlanger los, die dem Kolonialismus zu Diensten sind. Diese Menschen haben sich vom Buch Allahs (t) losgesagt und folgen nun dem Weg von Verbrechern. Ihr eigentlicher Platz sind die Gerichte, in denen sie wegen der Aushändigung ihres Landes an unseren Feind angeklagt werden sollten. Keinesfalls sollten ihre Namen auf jenen Listen stehen, auf denen die Kandidaten für Führungspositionen im Staat gelistet sind.

Wisset, dass dies nicht durch den bloßen Boykott der Wahlen erreicht werden kann. Die Wahlen lediglich zu boykottieren ist schlecht, da dies ein Gefühl von Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit vermittelt. Der Muslim jedoch ist weder hilflos, noch ist er verzweifelt. Der erste Schritt, der zu unternehmen ist, stellt eine wirksame Maßnahme dar. Er beginnt mit der Ablehnung dieser angeblich freien Wahlen, die in Wahrheit einem Raub gleichkommen. Gleichzeitig muss verkündet werden, dass dieser Wahlprozess grundsätzlich hinfällig ist. Er ist von Grund auf nichtig, weshalb die Resultate, die er zur Folge hat, ebenfalls nichtig sind. Die Wahlergebnisse repräsentieren also nicht die Ansichten der Tunesier. Der Wahlprozess ist grundsätzlich hinfällig, seine Resultate sind nichtig und repräsentieren nicht die Ansichten des tunesischen Volkes. Sorgt dafür, dass die ganze Welt diese Worte zu hören bekommt, so wie sie bereits vor einiger Zeit zu hören bekam, dass ihr Ben Ali verstoßen habt. Ist dies geschehen, müsst ihr nur noch verkünden, dass ihr etwas anderes als den Islam auf keinen Fall akzeptieren werdet.

Wir richten unsere Worte an die einflussreichen Persönlichkeiten über uns, und sagen ihnen:

Ihr seid Teil unseres Volkes und unser Stolz. Dies ist euer Land, das ihr zu beschützen geschworen habt. Der Feind kontrolliert es und geht mit unserem Land um, wie es ihm beliebt. Dies ist die Schuld der unterwürfigen und illoyalen politischen Herrscherklasse. Sie hat unserem Feind erlaubt, die Zügel der Macht in die Hand zu nehmen und uns zu beherrschen. Dies ist euer Volk und eure Umma, die ihr ebenfalls geschworen habt zu beschützen. Man versucht eure Geschwister an einem politischen Prozess zu beteiligen, den sie durch Täuschung und Verschwörertum als Wahlen bezeichnen. In Wahrheit jedoch ist dieser Prozess nur ein Raubüberfall auf unser Land. Die Anwohner unseres Landes werden zu Geiseln genommen, zu den Wahlurnen bewegt und vergiftet, um sie so ihrer vermeintlichen Legitimität zu berauben.

Akzeptiert ihr dies, und schweigt ihr darüber, sodass ihr zu Komplizen werdet? Ist es nicht eure Pflicht, das Land von jenen zu befreien, die es kolonialisiert haben?

Wir erinnern euch an Folgendes: Ihr seid Muslime, die an Allah (t) als ihren Herrn glauben, den Islam als ihren dīn und Muḥammad (s) als ihren Propheten (s) akzeptiert haben. Eure Kraft erhaltet ihr von Allah (t):

﴿لَا قُوَّةَ إِلَّا بِاللَّهِ﴾

Es gibt keine Kraft, außer bei Allah.

Ihr schöpft sie aus eurem dīn.

﴿وَلِلَّهِ الْعِزَّةُ وَلِرَسُولِهِ وَلِلْمُؤْمِنِينَ﴾

Doch Allah gehört die Macht, und auch Seinem Gesandten und den Gläubigen. (63:8)

Wir laden euch dazu ein dem aufrichtigen Aufruf zur Wahrheit zu folgen: setzt euch für Allah (t) ein, um die von Menschenhand geschaffenen Regime gemeinsam mit uns zu beseitigen. Diese sind es, die uns in diesem Leben unterdrücken und uns am Tag der Auferstehung zu unserer Vernichtung führen.

Donnerstag, der 13. Muḥarram 1441 n. H.
12.09.2019 n. Chr.             
Hizb-ut-Tahrir
wilāya Tunesien

 

Nach oben

Seitenkategorie

Links

Die westlichen Länder

Muslimische Länder

Muslimische Länder