Montag, 15 Rabi' al-thani 1442 | 30/11/2020
Uhrzeit: (M.M.T)
Menu
Hauptmenü
Hauptmenü

Media Office
Das zentrale Medienbüro

H.  24 Safar 1442 No: 1442AH/005
M.  Sonntag, 11 Oktober 2020

Presseverlautbarung

Frankreichs jüngste Entscheidungen in Bezug auf den Islam und die Muslime sind ein offenkundiger Beleg für den Niedergang der Vernunft der westlichen Zivilisation

(Übersetzt)

Am Freitag, dem 02.10.2020, hielt der französische Präsident Emmanuel Macron eine Pressekonferenz ab, welche live übertragen wurde. Während dieser sagte er: „Unser heutiges Treffen dient einem doppelten Zweck:

Zunächst einmal, um die Wirklichkeit unserer Probleme genau zu bezeichnen, zwar ohne jegliche Hemmungen, allerdings nicht ohne Unbehagen. Was ist die Quelle der Gefahr unserer heutigen Gesellschaft; die Quelle jener Gefahr, die unsere Republik und unsere Fähigkeit, zusammenzuleben, bedroht?

Und auch um Sie über die getroffenen Entscheidungen zu informieren, die das Ergebnis von fast drei Jahren systematischer Arbeit sind. Gemeinsam mit der Regierung konnten wir diese Aufgabe in den letzten Wochen fertigstellen…“

Im Anschluss hielt Macron eine lange Rede über die Sicht des französischen Staates auf die verschiedenen Praktiken der Muslime – ihren Kleidungsstil, ihr Ess- und Trinkverhalten sowie ihre Kindeserziehung. Diese Praktiken würden laut ihm zu etwas führen, was er als „separatistischen Islam“ bezeichnete. Ebenjene Praktiken würden eine (Parallel-)Gesellschaft schaffen, die eine Bedrohung für die französische Nation darstellt. Er fügte hinzu, dass der französische Staat im Begriff sei, noch vor Ende dieses Jahres ein Gesetz zu erlassen, um gegen diese Praktiken von Seiten der Muslime vorzugehen.

So sehr Frankreich für den Westen den Wegbereiter für seine moderne Zivilisation bedeutete, so sehr war diese Erklärung von Seiten des französischen Staates ein Zeugnis für den Niedergang der Vernunft dieser Zivilisation. Denn indem sie ihr Überzeugungsfundament mit Füßen tritt, nähert sie sich Stück für Stück ihrem Ende. Dem Säkularismus ist es nicht gelungen, sein Volk in einer Nation zu einen. Nun fegen antirassistische Proteste und rechtsorientierte, isolationistische politische Bewegungen durch die Hauptstädte der westlichen Länder. Ihr Auftreten zeigt die scharfe Spaltung in den unterschiedlichen gesellschaftlichen Klassen auf, und ebenso den umfassenden Rassismus des Westens im Umgang mit Teilen seiner Gesellschaft. Der Zustand des Säkularismus ist auch in den muslimischen Ländern, die allesamt von erfolglosen Säkularisten angeführt werden, nicht besser. Sie folgen lediglich der zusammenbrechenden westlichen Zivilisation.

Der französische Staat hat sich in den letzten Jahrzehnten eine Reihe von Fehlschlägen bei dem Versuch geleistet, das berühmte „Gesetz von 1905“ (zur Trennung von Kirche und Staat) derart umzuinterpretieren, dass es seinen Entscheidungen zur Unterdrückung der Muslime entspricht. Dabei stellt dieses Gesetz fast das heiligste aller Gesetze für den Säkularismus in Frankreich dar. Dies genügt als Beweis für den sich anbahnenden Untergang ihrer Zivilisation. Bedauerlich ist, dass die säkularen Denker aufgrund des Ausmaßes an Heuchelei des französischen Staates gespalten sind. Und nun beschließen sie auch noch, ein neues Gesetz zu erlassen, dass sich im Grunde gegen sie selbst richtet… Es ist der Nagel zum Sarg ihres Wahlspruchs „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“. Somit ist die westliche Zivilisation als menschenwürdiger Schmelztiegel kläglich gescheitert.

Diese feindselige Haltung gegenüber dem Islam und seinen Ritualen resultiert aus dem Neid, den der Westen gegenüber dem Islam und den Muslimen hegt. Viele säkulare westliche Denker verabscheuen die vornehmen Eigenschaften der Muslime, was im Widerspruch zum gesunden Menschenverstand steht. Ein solches Verhalten kann nur mit Voreingenommenheit erklärt werden. Diese Voreingenommenheit scheinen sie von ihren kreuzzüglerischen Vorfahren geerbt zu haben.

Wer heute die Länder des Westens besucht, der wird unweigerlich erkennen, dass die Zahl der Muslime dort – vor allem nach dem Auftauchen der zweiten und dritten Generation von Einwanderern – stetig zugenommen hat. Deshalb, und auch weil die im Westen lebenden Menschen selbst den Islam annehmen, existiert heute keine westliche Hauptstadt mehr, in der einem die Reinheit des Islam und der Muslime nicht markant ins Auge sticht. Die im Westen lebenden Menschen haben direkten Kontakt zu den Muslimen, weswegen sie mit den edlen Eigenschaften der Muslime unweigerlich in Berührung kommen. Darunter mit dem Anstand der muslimischen Frauen, der noblen Art der muslimischen Männer, der Keuschheit der muslimischen Jugendlichen, ihrer Abwehrhaltung in Hinblick auf ihre Ehre, dem starken familiären Zusammenhalt der Muslime, deren Opferbereitschaft zum Schutze dieser Werte, ihrer Verachtung von Berauschendem und schlechten Taten und ihrer Gottesfurcht. Ferner ist jedem das einprägsame Bild von Muslimen bekannt, die gemeinsam das Gebet verrichten. Ebenso weiß jeder, dass die Muslime jedes Jahr in großer Zahl zur Pilgerfahrt aufbrechen. Die Muslime halten an ihren Ritualen, die ihnen Allah (t) auferlegt hat, trotz aller Widrigkeiten fest. Gleichermaßen halten sie an ihrer Liebe zu ihrem Propheten (s) fest und werden ihn und seine Ehre stets verteidigen.

All dies führte zu Anspannung bei jenen Menschen, die blinden Hass gegenüber dem Islam und den Muslimen empfinden. Sie versuchen alles, um die Muslime von ihrem dīn zu entfernen, selbst wenn sie dabei Tatsachen verdrehen müssen. So machen sie aus anständigem Verhalten ein Vergehen und behaupten, dies würde gegen das Gesetz verstoßen! Allah (t) sprach:

(فَمَا كَانَ جَوَابَ قَوْمِهِ إِلاَّ أَن قَالُوا أَخْرِجُوا آلَ لُوطٍ مِّن قَرْيَتِكُمْ إِنَّهُمْ أُنَاسٌ يَتَطَهَّرُونَ)

Doch die Antwort seines Volkes war nur, dass sie sagten: „Vertreibt die Sippe Luts aus eurer Stadt! Das sind Menschen, die sich reinhalten. (27:56)

Was Macrons Behauptung betrifft, der Islam befinde sich aktuell weltweit in einer Krise, so ist dies nichts weiter als ein Versuch Macrons, ein falsches Bild von dem zu zeichnen, was die islamische Umma heute durchmachen muss. Die islamische Umma kämpft nämlich darum, jene Macht wiederzuerlangen, die ihr einst gestohlen wurde. Frankreich war mitverantwortlich dafür, dass die Muslime im Rahmen des verhängnisvollen Sykes-Picot-Abkommens beraubt wurden. Daher ließ sich der französische Präsident auch nicht die Möglichkeit entgehen, den Hass seines Landes auf das Kalifat während der Konferenz zum Ausdruck zu bringen. Er sagte, dass sein Land kürzlich die Wiedererrichtung des Kalifats in Aš-Šām und in der Sahelzone (Afrika) verhindert habe. Ihm ist durchaus bewusst, dass seine Armeen in besagten Gebieten mitnichten die Wiedererrichtung des Kalifats verhindert haben. Vielmehr haben sie Gebilde zerschlagen, von denen behauptet wurde, dass es sich bei diesen um ein Kalifat handeln würde. Macron weiß, dass die gesamte islamische Umma zum echten Kalifat hineilen wird, nachdem dieses wiedererrichtet wurde. Das Kalifat wird eine Alternative zu all dem Elend bieten, das die heutige Welt erleiden muss.

O ihr Muslime in den Ländern des Westens!

Haltet standhaft am Islam fest und akzeptiert unter keinen Umständen den „französischen Islam“, den man euch anzubieten versucht. Dieser steckt voller zerstörerischer Neuerungen (bidʿa)! Euer starkes Festhalten am Islam erzürnt die Säkularisten, ebenso wie ihr Unvermögen, euch zu assimilieren. Schon bald wird der Islam – so Allah will – zu altem Glanz zurückfinden. Drum vertraut auf Allah (t) und haltet standhaft an eurem dīn fest! Allah der Erhabene sprach:

(وَمَا لَنَا أَلاَّ نَتَوَكَّلَ عَلَى اللَّهِ وَقَدْ هَدَانَا سُبُلَنَا وَلَنَصْبِرَنَّ عَلَى مَا آذَيْتُمُونَا وَعَلَى اللَّهِ فَلْيَتَوَكَّلِ الْمُتَوَكِّلُونَ)

Warum sollten wir uns nicht auf Allah verlassen, wo Er uns doch unsere Wege geleitet hat? Wir werden das, was ihr uns an Leid zufügt, ganz gewiss geduldig ertragen, und auf Allah sollen sich diejenigen verlassen, die sich (überhaupt auf jemanden) verlassen (wollen). (14:12)

O ihr Muslime:

Habt ihr gesehen, wie der französische Staat den Willen des französischen Volkes sowohl innerhalb als auch außerhalb seines Landes durchzusetzen vermochte? Wäre dies etwa möglich gewesen, wenn die Franzosen keinen Staat gehabt hätten!? Wir laden euch alle dazu ein, die Tätigkeit zur Wiedererrichtung des Kalifats tatkräftig zu unterstützen. Allah (t) hat den Völkern die Pflicht zur Errichtung eines Staates auferlegt, der ihrem Schutz und auch der Verbreitung ihrer Zivilisation dient. Aus diesem Grund rufen wir euch dazu auf, euch unserer Tätigkeit anzuschließen, damit euer Staat, das zweite Rechtgeleitete Kalifat gemäß dem Plan des Prophetentums, wiedererrichtet werden kann. Ubaī ibn Kaʿb berichtet, dass der Prophet (s) sprach:

«بَشِّرْ أُمَّتِي بِالسَّنَاءِ وَالرِّفْعَةِ وَالتَّمْكِينِ فِي الْبِلَادِ...»

„Überbringe meiner Umma die frohe Kunde von ihrem erhabenen Rang, ihrem Ruhm und ihrer Dominanz über die Länder.“

Dipl.-Ing. Salah Eddine Adada
Leiter des Zentralen Medienbüros von Hizb-ut-Tahrir
المكتب الإعلامي لحزب التحرير
Das zentrale Medienbüro
عنوان المراسلة و عنوان الزيارة
Al-Mazraa P.O. Box. 14-5010 Beirut-Libanon
تلفون: +961 71 72 4043
www.hizb-ut-tahrir.info
فاكس: +961 13 07 594
E-Mail: media@hizb-ut-tahrir.info

Seitenkategorie

Links

Die westlichen Länder

Muslimische Länder

Muslimische Länder