Mittwoch, 04 Jumada al-awwal 1443 | 08/12/2021
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بسم الله الرحمن الرحيم

Im Namen Allahs des Erbarmungsvollen des Barmherzigen

Das türkische Regime verteidigt das Kalifat als historisches Relikt und bekämpft es als politisches Projekt

 Nachricht:

Im Rahmen der internationalen Kampagne, die Hizb-ut-Tahrir unter dem Titel „#Errichtet_das Kalifat ins Leben“ rief, hat das türkische Regime fünf Frauen - allesamt Mitglieder der Partei - festgenommen. Grund war ein Video, aufgenommen in der Stadt Amorion, wo sie zur Errichtung des islamischen Kalifats aufriefen.

Kommentar:

Im vergangenen Jahr hat das Oberste Verwaltungsgericht der Türkei der Hagia Sofia den Status eines Museums aberkannt. Das bedeutete, dass die Hagia Sofia nach 86 Jahren wieder zu einer Moschee umgewandelt wurde. Der türkische Präsident Rejep Tayipp Erdogan nahm im Beisein Tausender Betender am ersten Freitagsgebet nach deren deren Wiedereröffnung als Moschee teil. In einer arabischen Version seiner Erklärung, die über seine offiziellen Accounts verbreitet wurde, sagte Erdogan, die Umwandlung der Hagia Sophia belebe von Neuem die Verheißung von einer Wiederbefreiung der Aqsa-Moschee und einer Rückkehr der Muslime in allen Teilen der Erde, um aus den finsteren Zeiten herauszukommen.“ In einer Anspielung auf das osmanischen Kalifat, sagte Erdogan, der Schritt sei „ein Gruß aus unseren Herzen an die gesamten Städte, die ein Symbol unserer Kultur darstellen, angefangen von Bukhara bis zum Andalus.“

Die Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung (AKP) zeigte sich höchst begabt darin, die Verteidigung Jerusalems, die Befreiung der Aqsa-Moschee und die Unterstützung Palästinas für die Vermarktung ihres politischen Projektes zu missbrauchen. Das zeigte sich besonders, nachdem AKP-Abgeordnete ein neues offizielles Emblem für die türkische Republik vorschlugen, das an dem Symbol des osmanischen Staates, der 1924 gestürzt wurde, angelehnt sein sollte.

Erdogan demonstrierte immer öfter eine Haltung, in der er das osmanische Kalifat und das Erbe seiner Vorfahren glorifizierte und die Stadt Istanbul als Hauptstadt des Kalifats hervorhob. Das ließ einige politisch naive Säkularisten vor einem AKP-Projekt warnen und griffen Erdogan mit der Behauptung an, er stelle eine Gefahr für die säkularistisch-republikanische Ordnung dar, die Mustafa Kemal gegründet hatte. Andere Kreise wiederum brachten ihre vollste Unterstützung für Erdogan zum Ausdruck und bezeichneten ihn als Kalifen der Muslime.

Und so werden Erdogan und seine Partei sich weiterhin mit dem Erbe des osmanischen Kalifats schmücken und die Rolle der neuen Eroberer spielen, um ihre Popularität bei den Menschen zu steigern und die Konservativen für sich zu gewinnen. Zudem wollen sie dadurch über die Grenzen der Türkei hinaus eine Basis aus Unterstützern schaffen, die bis in die arabischen Staaten reichen soll.

Wenn das Kalifat es jedoch in der Türkei um ein tatsächliches politisches Projekt geht, das dem kemalistisch-türkischen Staat entgegensteht und wenn das Konzept des islamischen Kalifats als Staat wiederbelebt wird, der alle Muslime repräsentiert und der mit dem Islam regieren will, der die Umma dazu aufruft, sich für die Wiederaufnahme des politischen Lebens durch die Implementierung der Gesetzgebung Allahs einzusetzen, der Amerika, Großbritannien, Frankreich und den Kufr-Staaten den Kampf ansagen und der der kapitalistischen Kultur ein Ende bereiten will, da erklärt das türkische Regime der Idee des Kalifats den Krieg und verfolgt dessen Verfechter. In diesem Fall wird eine Verhaftungswelle losgetreten und harte Strafen gegen die Träger der daʿwa verhängt, die zum Kalifat aufrufen. Hier legt das türkische Regime – Präsident, Partei und System – den Schmuck des osmanischen Erbes ab. Dann schmücken es sich mit dem Kemalismus und dem Säkularismus und präsentiert ihre wahre Haltung zum Islam als n, aus dem der Staat hervorgeht.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Shabab von Hizb-ut-Tahrir in der Türkei verfolgt, festgenommen und anschließend zu langjährigen Haftstrafen verurteilt werden. Vielmehr hat Hizb-ut-Tahrir in der Türkei eine lange Geschichte mit Gefängnissen, Gefangenenlagern und Geheimdienstkellern. Doch dieses Mal ist das türkische Regime gegen weibliche Mitglieder vorgegangen und hat sie – darunter eine Frau mit ihrem Säugling – festgenommen. Sie hatten in der Stadt Amorion zur Errichtung des islamischen Kalifats aufgerufen und dabei „Wā Muʿtaṣimā, wā Ḫalīfatā“ („O Mu´tasim, o Kalif“) gerufen. Sie wollten bei der Umma die Geschichte der muslimischen Frau in Erinnerung rufen, die in Amorion „Wā Muʿtaṣimā“ hinausrief und deren Ruf anschließend der abbassidische Kalif in Begleitung eines gewaltigen Heeres nachkam, mit dem er die byzantinischen Festungen niederriss.

Amorion ist heute Zeuge eines Verrats und fehlender Mannhaftigkeit geworden. Die Stadt wurde im Stich gelassen, nachdem sie einst Zeuge tapferer Haltungen großartiger Männer, einer Mobilmachung und der Takbīr-Rufe der Kämpfer für die Sache Allahs war!

Das verräterische türkische Regime soll wissen, dass die Falschheit eine Runde gewinnt, doch die Wahrheit hat viele Runden, und dass das Kalifat, das es bekämpft, sich für die edlen Musliminnen rächen und die Verräter ausrotten wird, so wie es bereits in der Vergangenheit geschehen ist.

Unsere inhaftierten Schwestern: Wer Allahs Sache unterstützt, den unterstützt Allah. Dieser n bedarf der starken Entschlossenheit und starker Schultern. Und er bedarf solcher Schwestern, wie ihr es seit.

( وَاللّهُ غَالِبٌ عَلَى أَمْرِهِ وَلَكِنَّ أَكْثَرَ النَّاسِ لاَ يَعْلَمُونَ)

Und Allah setzt das durch, was Er beschließt. Die meisten Menschen aber wissen es nicht.(12:21)

Geschrieben für das zentrale Medienbüro von Hizb-ut-Tahrir
Nisreen Buzaferi
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