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بسم الله الرحمن الرحيم

Im Namen Allahs des Erbarmungsvollen des Barmherzigen

Zum zehnten Jahrestag der Revolution
(14)
 
 Die wahre Veränderung ist eine Revolution um des Kalifats willen

Die Revolution des 25. Januar hat bestätigt, dass die Bewegung der Umma in Ägypten keine vom Umfeld isolierte Bewegung war. Vielmehr war es der Beginn einer Revolution, die Auswirkungen auf die übrigen muslimischen Länder hatte. Die wütenden Proteste, die sich gegen Mubarak und sein Regime richteten, gaben Anlass zu Optimismus und froher Botschaft, die Hoffnungen und Bestrebungen zu verwirklichen, von der die ganze Umma träumt. Der 2. Februar 2011 war ein entscheidender Tag, als eine Reihe von Schlägertrupps die Demonstranten auf dem Tahrir-Platz mit Steinen, Stöcken, Messern und Molotow-Cocktails angriffen, während andere mit Kamelen in die Menge hineinritten (daher wurde der Vorfall als das Kamel-Ereignis bezeichnet) und auch mit Maultieren und Pferden, die Schwerter, Messer und Stöcken schwenkten.

Der Kamel-Vorfall brachte den Demonstranten die Sympathie vieler Ägypter ein, sodass sie auf die Straße gingen, um an den Sitzstreiks teilzunehmen. Die jungen Menschen waren mehr denn je entschlossen, ihre Revolution bis zum Abtritt Mubaraks und seines Regimes zu vollenden. Am Ende des zweiten Tages des Kamel-Ereignisses ließen die Proteste der Mubarak-Befürworter nach, während die Solidarität der Bevölkerung mit den Mubarak-Gegnern zunahm. Hunderttausende demonstrierten auf dem Tahrir-Platz mit der Forderung nach einem Rücktritt Mubaraks. Dieser Freitag wurde von ihnen „Freitag des Abtritts“ nannten. Vizepräsident Omar Sulaiman gab am Freitag, den 11. Februar 2011, um 18 Uhr in einer kurzen Erklärung bekannt, dass der Präsident zurückgetreten sei und er den Obersten Rat der Streitkräfte mit der Führung der Angelegenheiten des Landes beauftragt habe.

Und so dachten die Revolutionäre, dass das Regime gestürzt sei, sobald der Rücktritt Mubaraks verkündet wurde. Doch wie wir bereits früher erwähnten, ist zwar der Kopf Mubaraks gerollt, jedoch nicht der Kopf des Regimes, während man hätte weitermachen müssen, bis das herrschende, säkulare Regime gestürzt ist und der Staat des Islam errichtet ist, der die Umma vereint, die anders als andere Nationen, eine einheitliche Umma ist. Diese breite Hoffnung hätte der Motor sein müssen, durch den sich die Umma bewegen müsste. Denn das wäre es, was die Umma aus der Abhängigkeit und der Unterwerfung gegenüber den ungläubigen westlichen Staaten mit Amerika an der Spitze der Verbrecher-Staaten, erlöst hätte. Es ist dieser kriminelle Staat, der die Revolutionen gekidnappt und sie dorthin gelenkt hat, wo er sie hinhaben wollte, nämlich weit weg vom Islam, der diese Massen, die sich nach Veränderung sehnten, hätte anführen müssen. Der Islam stellt die Befreiung aus der Abhängigkeit der Regime in den islamischen Ländern gegenüber Amerika und dem ungläubigen Westen dar. Was sollte die Lehre aus dem Sturz dieser verräterischen Vasallen ohne den Sturz ihrer Regime sein, die noch immer die Stütze des ungläubigen Kolonialisten sind und die größte Plage, an der die Umma seit der Zerstörung ihres Staates und ihres wahren Systems, das durch das Kalifat verkörpert wird, leidet!?

Deutlich zum Vorschein traten in den Demonstrationen des Zorns in der Januar-Revolution und auch später, Slogans, die von Bewegungen gefordert wurden, die bekanntermaßen einen islamischen Bezug haben, wie die Muslimbruderschaft und die Salafiyya in Ägypten und wie die islamische Nahda-Bewegung und einige Rebellengruppen in Syrien. Und es wurde die Parole „Der Islam ist die Lösung“ und auch andere Slogans, die dem Wandel auf der Grundlage des Islam Gewicht verleihen, in diesen Ländern gerufen. Darunter: „Wir knien nur vor Allah nieder“, „Wenn ihr Allahs Sache unterstützt, wird Allah euch zum Sieg verhelfen“ und „Es ist für Allah, es ist für Allah“. Doch die Frage, die nun gestellt werden muss, lautet: Haben sich die Führer dieser Bewegungen, die damals an die Macht gelangten, an ihre Parolen gehalten oder haben sie diese Parolen aufgegeben und sich pragmatischer verhalten als die säkularen Führer, die zuvor an der Macht waren?!

Die neuen Führer kamen damals als Resultat der Wahlen an die Macht, die in diesen Ländern durchgeführt wurden, bei denen die Träger der islamischen Slogans die Mehrheit der Wählerstimmen erhielten. Die Menschen freuten sich über die - aus ihrer Sicht - guten Nachrichten vom Sieg dieser Führer. Die Menschen freuten sich ausgehend von ihrer Glaubensüberzeugung, auf die sie stolz sind. Und so warteten sie auf die Umsetzung dieser Parolen.

Doch, was passierte, war, dass das republikanische System akzeptiert wurde. Der zivile Staat fand Eingang in ihren Wortschatz und sie begannen, nach Pluralismus und Demokratie zu rufen. Es wurde von einer „islamischen Demokratie“ gesprochen, ähnlich wie ihre Vorgänger, die sich von allem Fremden vereinnahmen ließen und die vom „islamischen Sozialismus“ sprachen. Als ob der Islam nur dann akzeptabel wäre, wenn er sich fremde Gewänder überzieht, die nicht zu ihm gehören und er nicht zu ihnen! All das diente dem Wohlgefallen des Westens, dem eigentlichen Souverän und Machthaber in dieser Zeit. Waren sie sich also der Tatsache nicht bewusst, dass es der Westen war, der Leid und Unglück über uns brachte und dass er die Ursache unserer Rückständigkeit ist? Er hat unsere Umma gespalten, uns unseres Ansehens beraubt, viele unserer Territorien besetzt und den Feind Nummer eins der Umma, den Zionistenstaat, auf einem gesegneten Stück Land, das zu den heiligsten unserer Böden gehört, errichtet.?! Natürlich verschwanden die Parolen zur „Einheit der Umma“ von der Bildfläche, da diese Einheit eine rote Linie für den westlichen Herren ist, die nicht überschritten werden darf.

Die Veränderung, die die Umma anstreben muss, muss eine Radikale sein, die ihr ihre führende Position in allen Bereichen in unserer heutigen Welt wiederherstellt. Die Vision der Umma soll nicht länger fragmentiert sein. Es soll keine Umma mehr sein, die an starker Rückständikeit leidet, aller Formen der Größe und Würde beraubt. Es muss eine grundlegende Veränderung sein, die nicht nur für die Realität der arabischen Länder, dem Ausgangsort des arabischen Frühlings, gelten soll, und nicht nur für die übrigen Länder dieser Umma. Vielmehr soll es eine Veränderung sein, die die gesamte heutige Welt umfasst: Ost und West, Nord und Süd.

Es ist für uns unabdingbar geworden, wenn wir die richtige Veränderung anstreben, die giftigen Ideen, die unser kolonialistischer Feind gesät hat, grundlegend zu verändern. Und das, indem wir
ihre Ideen durch unsere fundierte Geistesbildung ersetzen, sodass diese unser Leben dominiert. Das führt zur echten Veränderung, die uns Glückseilgkeit bringt und uns ein würdevolles und prestigereiches Leben ebnet. Das geschieht durch die Bekämpfung des Westens und seiner Geistesbildung und durch die Sensibilisierung für unsere islamische Kultur in ihrer korrekten Form. Dieser Veränderungsprozess kann unmöglich von jemandem kommen, bei dem noch immer die Spuren der irreführenden, westlichen Kultur in seinen Worten und Taten dominieren.

In den verbleibenden Artikeln dieser Reihe werden wir erörtern, wie ein korrekter Wandel aussieht und darüber hinaus, wo die Revolutionäre in ihren Protesten Fehler begingen und wie wir sie künftig vermeiden können.

Geschrieben für das zentrale Medienbüro von Hizb-ut-Tahrir
Hamed Abdulaziz

 

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