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Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

Nachricht und Kommentar

Der Gaza-Krieg und die Sorge der herrschenden Parteien und Eliten im Westen

Nachricht:

Die Europäische Union prüft die Verhängung strenger Strafmaßnahmen gegen die zionistische Entität aufgrund seiner Menschenrechtsverletzungen im Gazastreifen, darunter zehn mögliche Maßnahmen. (Quelle: Rai al-Youm)

Kommentar:

Warum diese scheinbare Härte gegenüber dem Verhalten der zionistischen Entität? Und Haben die europäischen Länder tatsächlich begonnen, die politische, militärische oder andere Formen der Unterstützung für dieses Gebilde einzustellen? Ist diese wachsende und zunehmende Haltung gegen das Zionistengebilde wirklich ernst gemeint oder nur eine Augenwischerei? Und warum nimmt die Europäische Union diese Haltung ein, obwohl sie seit der Gründung des „Staates Israel“ – ja sogar davor – die Erzählung der Juden und ihres versprochenen Landes in Palästina unterstützt? Außenpolitik wird nicht auf Basis von Gefühlen oder Emotionen gemacht, und den westlichen Ländern ist die Anzahl der Toten, Verletzten oder Vermissten völlig egal – vor allem, wenn sie nicht zu ihren eigenen Völkern gehören.

Der Westen verfolgt eine kapitalistische Denkweise, die einzig und allein auf Interessen basiert. Der heutige Feind kann morgen schon Freund sein. Der britische Premierminister Winston Churchill brachte es in seinem berühmten Satz auf den Punkt: „Es gibt keine ewigen Feinde oder ewigen Freunde, es gibt nur ewige Interessen.“

Großbritannien und Frankreich teilten nach dem Ersten Weltkrieg das Erbe des Osmanischen Staates auf. Großbritannien gab dem Sharif Hussein das Versprechen, ihn bei der Errichtung eines vereinten arabischen Königreichs zu unterstützen, brach jedoch die gegebenen Versprechen und die Verträge mit ihm und verbannte ihn schließlich nach Zypern, wo er starb. Zudem erließ Großbritannien damals die Balfour-Deklaration, die den Juden eine nationale Heimstätte in Palästina versprach. Unmittelbar nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Staates begannen die Juden, unter britischem Schutz, Palästina zu besiedeln. Dieser Kurs ist bei Europäern und Amerikanern fest verankert und ändert sich nicht : Die Interessen bestimmen die internationalen Beziehungen. Dafür setzt der Westen - wenn nötig - auch Gewalt ein, um seine politischen Gegner seiner Macht zu unterwerfen und seine Interessen durchzusetzen.

Daher hält Europa voll und ganz daran fest, die zionistische Entität bis zum letzten Atemzug und bis zur letzten Kugel zu unterstützen. Der Grund dafür liegt in dem, was dieses Gebilde für die europäischen Länder und die USA leistet: Es dient als erweiterte militärische Basis im Herzen der islamischen Länder und als wachendes Auge, das jede große oder kleine Bewegung in den dortigen Regimen und Gesellschaften überwacht. Es weist die Regime auf Gefahren hin, die ihnen möglicherweise verborgen bleiben, insbesondere in Bezug auf das große politische islamische Projekt, das die Völker wiederherstellen und zu dem sie zurückkehren wollen – ein Projekt, das von den westlichen Staaten als „islamistischer Terrorismus“ bezeichnet wird. Daher muss sich jeder Staat in der Region verpflichten, dieses islamische Projekt im Namen des Kampfes gegen den Terrorismus zu bekämpfen und zu bekämpfen.

Die USA, der größte Schutzpatron des zionistischen Gebildes, haben eine neue Religion ins Leben gerufen: die Abrahamitische Religion. Diese neue Religion verpflichtet die bestehenden Regime in den islamischen Ländern, sich ihr anzuschließen und beizutreten. Das bedeutet die Verschmelzung der vorhandenen Religionen zu einer einzigen Religion, unter dem Dach eines einzigen Gotteshauses und mit der Ausbildung von Geistlichen, die dieselbe neue Lehre und Ideologie vertreten. Diese basiert darauf, die Grundlagen und Glaubenssätze des Islam zu zerstören und alle Kanäle und Satellitensender zu öffnen, um dafür zu werben. Zugleich werden Prediger und Gelehrte eingeladen, die sich von ihrer Religion abgewandt und sich dem Normalisierungsprozess angeschlossen haben.

Warum also dieser harte Kurs der Europäischen Union? Und ist er wirklich ernst gemeint oder nur ein Versuch, Sand in die Augen zu streuen und die Emotionen der europäischen Bevölkerungen zu besänftigen, die in Massen auf die Straßen der Hauptstädte gehen, protestieren und demonstrieren? Diese Massenproteste haben die herrschenden Parteien und Eliten in ernste Sorge über ihren Machterhalt versetzt. Wir haben gesehen, wie infolge solcher Proteste politische Führungspersonen stürzten. In einigen Fällen kam es sogar zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften, zu zahlreichen Festnahmen und zum Rauswurf von Politikern aus Sitzungssälen. All das deutet auf eine mögliche politische Wende hin: ein Zusammenbruch der regierenden Parteien und der Aufstieg neuer Kräfte mit eher sozialistischen oder freiheitlichen Ausrichtungen in Europa. Deshalb sah sich die Europäische Union gezwungen, ihre Rhetorik zu ändern und das Zionistengbilde mit Konsequenzen zu drohen – entsprechend den immer lauter werdenden Rufen auf der Straße. Doch in Wahrheit geht es bei diesem Kurs vor allem darum, die europäische Öffentlichkeit zu beruhigen und eine gefährliche Eskalation zu vermeiden. Die führenden EU-Staaten unterstützen die zionistische Entität nach wie vor mit aller Kraft – ungebrochen und ohne Unterlass.

Geschrieben für das zentrale Medienbüro von Hizb-ut-Tahrir
Salim Sbitan
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