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بسم الله الرحمن الرحيم
Im Namen Allahs des Allerbarmers des Barmherzigen
Nachricht und Kommentar
Muslimische Geflüchtete zwischen den Parolen der Gerechtigkeit und der Realität des Leids
Nachricht:
Monate nachdem ein Video verbreitet wurde, das zeigt, wie niederländische Polizeibeamte eine schwangere arabische Frau in einer Aufnahmeeinrichtung für Asylsuchende körperlich angegriffen haben sollen, ist der Fall erneut in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Damals war es im weiteren Verlauf zu einer direkten Auseinandersetzung zwischen den Polizeibeamten und dem Ehemann der Frau gekommen. Nun hat sich die Situation erneut zugespitzt – diesmal mit noch weitreichenderen Folgen für die Familie. (Al Jazeera Net)
Kommentar:
In den vergangenen Jahren häufen sich die Berichte über Übergriffe auf muslimische Geflüchtete, Konflikte im Zusammenhang mit ihren Familien und Kindern sowie die rechtlichen und humanitären Schwierigkeiten, mit denen sie in einigen der Länder konfrontiert sind, in die sie vor Krieg und Verfolgung geflohen sind.
Diese Vorfälle mögen sich in ihren Einzelheiten unterscheiden, werfen jedoch grundlegende Fragen auf: Wie steht es tatsächlich um die Gerechtigkeit, die sich die moderne Welt so gerne auf die Fahnen schreibt? Und inwieweit werden alle Menschen vor dem Gesetz tatsächlich gleich behandelt – unabhängig von ihrer Herkunft oder Religion?
Millionen von Muslimen wurden gezwungen, ihre Heimat zu verlassen – nicht, weil sie das Leben in der Fremde suchten oder auf ein Leben in Wohlstand hofften, sondern weil sie vor Krieg, Besatzung, Gewalt und Zerstörung fliehen mussten.
Viele von ihnen haben ihre Angehörigen und ihr Zuhause verloren. Anschließend sahen sie sich gezwungen, einen neuen, von Leid geprägten Weg einzuschlagen – sei es in Flüchtlingslagern oder in Ländern, deren Sprache sie nicht sprechen und deren Kultur und Lebensgewohnheiten ihnen fremd sind. Dort müssen sie sich den Herausforderungen der Integration und der Diskriminierung stellen und unermüdlich darum kämpfen, in Würde leben, ihre Familien schützen und ihren Kindern eine sichere Zukunft ermöglichen zu können.
Diese Tragödien offenbaren die Schwächen der internationalen Ordnung, die trotz ihrer zahlreichen Bekenntnisse zu den Menschenrechten nach wie vor nicht in der Lage ist, die Schwächsten wirksam zu schützen.
Wahre Gerechtigkeit bemisst sich nicht an der Zahl wohlklingender Slogans, sondern daran, ob jeder Mensch, dem Unrecht widerfährt, geschützt wird – unabhängig von seiner Religion, seiner Herkunft oder seiner Staatsangehörigkeit. Sie zeigt sich darin, dass die Rechte aller Menschen gleichermaßen geachtet und gewährleistet werden, ohne selektive Anwendung des Rechts oder zweierlei Maß.
Es ist bedauerlich, dass die Schicksale muslimischer Geflüchteter in vielen Berichten auf bloße Zahlen reduziert werden, während zahlreiche muslimische Machthaber offenbar nicht in der Lage sind, die Ursachen zu bekämpfen, die Millionen Menschen zur Auswanderung und Flucht gezwungen haben, oder zumindest Maßnahmen zu ergreifen, um ihr Leid zu lindern. Mehr noch: In vielen Fällen sind gerade diese Machthaber und ihre politischen Systeme selbst für das Leid verantwortlich.
Der Schutz der Muslime und die Verteidigung ihrer Rechte sind jedoch nicht allein Aufgabe internationaler Organisationen, sondern eine Verantwortung, die die gesamte muslimische Gemeinschaft trägt – jeder Einzelne entsprechend seiner Stellung, seiner Möglichkeiten und seiner Fähigkeiten.
Der Islam misst der Unterstützung der Unterdrückten und der Hilfe für Menschen in Not einen hohen Stellenwert bei. Zugleich bildet die Herstellung von Gerechtigkeit eine grundlegende Säule der Herrschaft, denn kein Mensch darf aufgrund seiner Religion, seiner ethnischen Herkunft oder seiner Schutzbedürftigkeit ungerecht behandelt werden. Diese Prinzipien verkörpern hohe menschliche Werte, die die Welt heute dringender benötigt als je zuvor.
Die Hoffnung bleibt, dass die Ursachen von Flucht und Vertreibung beseitigt werden und Muslime ebenso wie alle anderen Völker in Sicherheit, Gerechtigkeit und Würde in ihrer Heimat leben können – fern von Krieg und Verfolgung. Es gilt, einen einheitlichen Maßstab der Gerechtigkeit für alle zu gewährleisten, der weder zwischen Starken und Schwachen noch zwischen Nahestehenden und Fremden unterscheidet. Und dies kann nur durch die Errichtung einer Herrschaft nach den Geboten Allahs verwirklicht werden, und zwar durch ein rechtgeleitetes Kalifat nach gemäß der Methode der Prophetenschaft.



