Dienstag, 07 Sha'aban 1441 | 31/03/2020
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بسم الله الرحمن الرحيم

Im Namen Allahs des Erbarmungsvollen des Barmherzigen

Welche der beiden Städte wird zuerst eröffnet werden?

Im „al-Mustadrak“ von al-Ḥākim und von anderen wird tradiert, dass ʿAbdullāh bin ʿAmr bin al-ʿĀṣ berichtet, dass er sagte: „Während wir um den Gesandten Allahs (s) saßen und schrieben, wurde der Gesandte (s) gefragt: Welche der beiden Städte wird zuerst eröffnet werden, Konstantinopel oder Rom? Der Gesandte Allahs (s) antwortete:

«مَدِينَةُ هِرَقْلَ تُفْتَحُ أَوَّلاً، يَعْنِي قُسْطَنْطِينِيَّة»

„Die Stadt des Herakles wird zuerst eröffnet werden, d. h. Konstantinopel.

Es handelt sich um einen bekannten, authentischen Hadith, der schon von vielen Muslimen gehört wurde und noch immer wird und unter den Gelehrten bekannt ist. Viel wurde über diesen Hadith geschrieben. Ich möchte mich mit diesem Hadith bezüglich seiner Bedeutungen auseinandersetzen, die über die bloßen Frohbotschaften hinausgehen.

Die Frage hat eine aqīda-bezogene Bedeutung. Aus der sprachlichen Formulierung des Fragenden heraus, liegt der Fokus auf eine aqīda-bezogene Tiefe. Während in der Frage eine Angelegenheit angesprochen wird, die zu den sinnlich nicht wahrnehmbaren Dingen (ghaibiyat) zu gehören scheint, würde man eher die Frage in der folgenden Formulierung erwarten: „Werden die beiden Städte bzw. eine davon eröffnet werden, o Gesandter Allahs?“ Oder man würde eine weitere Formulierung erwarten, wie etwa: „Werden wir die Stärke besitzen, um beide Städte bzw. eine der beiden Städte zu eröffnen?“ Man würde also diese und andere Formulierungen, die unter dem Einfluss der jeweiligen Realität und der vorhandenen Kapazitäten stünden, erwarten. Doch Tatsache ist, dass die Frage auf eine Weise ausgedrückt ist, dass die Eröffnungen (Konstantinopels und Roms) eine unumstößliche Wirklichkeit widerspiegeln. Es wird nicht nach der Fähigkeit, der Möglichkeit oder der Art und Weise gefragt, sondern nach dem tatsächlich eintretenden Ereignis, nämlich, dass beide Städte zweifellos eröffnet werden würden. Es wurde lediglich danach gefragt, welche der beiden Städte zuerst eröffnet werden wird.

Die Frage hat auch eine Bedeutung der politischen Art, die aufzeigt, wie sehr die Muslime die Weltlage verfolgt und sich mit ihr beschäftigt haben. Es war ihnen bewusst, dass diese zwei Städte die beiden Bastionen der Byzantiner darstellten. Sollte deren Eröffnung gelingen, so würde es einen offenkundigen Sieg und eine Ausbreitung dieses dīn bedeuten, dem sich künftig niemand mehr in den Weg stellen könnte. Es ist ein Beweis für die Liebe der Muslime, die sie für ihren dīn haben, ein Beweis für ihren Wunsch, ihn zu verbreiten und dafür, dass ihnen die Pflicht bewusst, dass die Botschaft des dīn bis in die äußersten Winkel der Erde getragen werden muss.

Der Hadith stellt nicht nur eine einzige bušrā dar, sondern beinhaltet mehrere Frohbotschaften. Und Allah (t) ist wissender, was Seine Botschaft betrifft. So ist im Koran bestätigt, welche Bedeutung noch stärker ist, wenn Allah sagt:

﴿هُوَ الَّذِي أَرْسَلَ رَسُولَهُ بِالْهُدَى وَدِينِ الْحَقِّ لِيُظْهِرَهُ عَلَى الدِّينِ كُلِّهِ وَلَوْ كَرِهَ الْمُشْرِكُونَ﴾

Er ist es, Der Seinen Gesandten mit der Führung und der wahren Religion geschickt hat, auf dass Er sie über alle (anderen) Religionen siegen lasse; mag es den Ungläubigen auch zuwider sein. (9:33)

Diese Aya bestätigt, dass der Islam über alle anderen Glaubensüberzeugungen steht. Dieser Offenbarungstext ist in Form einer Benachrichtigung formuliert, doch ist er darüber hinaus als Aufforderung zu verstehen, d.h. als Aufforderung an die Muslime, sich dafür einzusetzen, dass dieser dīn obsiegt. So haben es auch die ersten Prophetengefährten verstanden und nach ihnen die Tābi´un und deren nachfolgende Generationen – bis zum Tage der Auferstehung. So haben sich viele mit Beginn der Ära des Kalifats zur Invasion und zur Belagerung der Stadt aufgemacht, bis Allah jenen Führer sandte, den der Gesandte (t) in seinem Hadith lobte, welcher bei Imam Amad und bei al-Ḥākim tradiert ist, nämlich:

«لَتُفْتَحَنَّ الْقُسْطَنْطِينِيَّةُ فَلَنِعْمَ الْأَمِيرُ أَمِيرُهَا وَلَنِعْمَ الْجَيْشُ ذَلِكَ الْجَيْشُ»

„Wahrlich, Konstantinopel wird eröffnet werden. Welch trefflicher Führer ist ihr Führer und welch treffliches Heer ist jenes Heer.“

Und so wurde Konstantinopel in der Herrschaftszeit des Sultans Muammad II. eröffnet, der den Beinamen al-Fati erhielt, achthundert Jahre nachdem der Gesandte die Menschen darüber in Kenntnis gesetzt hatte. In der Tat, die erste Eröffnung war unzweifelhaft jene Konstantinopels. Und auch die zweite Eröffnung wird sich verwirklichen, nämlich die Roms, d.h. Italiens – mit Allahs Erlaubnis. Dies wird ohne Zweifel eintreten und die Nachricht werden wir verbreiten, auch wenn es sich verzögern sollte. Doch die zweite Eröffnung setzt die Errichtung des zweiten Rechtgeleiteten Kalifats nach dem Plane des Prophetentums innerhalb der islamischen Umma voraus. Und auch das hat uns der Gesandte (s) als bušrā verkündet, indem er im noblen Hadith Folgendes sagte:

«تَكُونُ النُّبُوَّةُ فِيكُمْ مَا شَاءَ اللَّهُ أَنْ تَكُونَ، ثُمَّ يَرْفَعُهَا إِذَا شَاءَ أَنْ يَرْفَعَهَا، ثُمَّ تَكُونُ خِلَافَةٌ عَلَى مِنْهَاجِ النُّبُوَّةِ فَتَكُونُ مَا شَاءَ اللَّهُ أَنْ تَكُونَ، ثُمَّ يَرْفَعُهَا إِذَا شَاءَ اللَّهُ أَنْ يَرْفَعَهَا، ثُمَّ تَكُونُ مُلْكاً عَاضّاً فَيَكُونُ مَا شَاءَ اللَّهُ أَنْ يَكُونَ، ثُمَّ يَرْفَعُهَا إِذَا شَاءَ أَنْ يَرْفَعَهَا، ثُمَّ تَكُونُ مُلْكاً جَبْرِيَّةً فَتَكُونُ مَا شَاءَ اللَّهُ أَنْ تَكُونَ، ثُمَّ يَرْفَعُهَا إِذَا شَاءَ أَنْ يَرْفَعَهَا، ثُمَّ تَكُونُ خِلَافَةً عَلَى مِنْهَاجِ النُّبُوَّةِ ثُمَّ سَكَتَ»

„Das Prophetentum wird weilen, solange Allah es weilen lässt. Dann wird Allah es aufheben, wenn Er es aufheben will. Dann wird ein Kalifat gemäß dem Plan des Prophetentums entstehen. Es wird weilen, solange Allah es weilen lässt. Dann wird Allah es aufheben, wenn Er es aufheben will. Sodann wird eine bevorrechtete Herrschaft folgen. Sie wird weilen, solange Allah sie weilen lässt. Dann wird Allah sie aufheben, wenn Er sie aufheben will. Sodann wird eine Gewaltherrschaft folgen. Sie wird weilen, solange Allah sie weilen lässt. Dann wird Allah sie aufheben, wenn Er sie aufheben will. Sodann folgt eine Kalifat gemäße dem Plan des Prophetentums. Dann schwieg er.“

Noch immer und gerade in diesen Tagen, in denen sich die Völker wie die Raubtiere über uns stürzen,sind wir uns der Wichtigkeit dieser Frohbotschaften bewusst. Doch wird dies nicht lange andauern, bis sich die Lage durch den Einsatz der aufrichtig Tätigen ändert, sodass sich das Versprechen von der Kalifenschaft bewahrheitet. So sagte der aufrichtige Gesandte (s):

«إِنَّ اللَّهَ زَوَى لِي الْأَرْضَ فَرَأَيْتُ مَشَارِقَهَا وَمَغَارِبَهَا وَإِنَّ أُمَّتِي سَيَبْلُغُ مُلْكُهَا مَا زُوِيَ لِي مِنْهَا»

„Wahrlich, Allah legte mir die Erde dar, so sah ich sie in ihrer gesamten Ausbreitung. Und wahrlich, die Herrschaft meiner Umma wird das umfassen, was mir davon dargelegt wurde.“

Und er (s) sagte:

لَيَبْلُغَنَّ هَذَا الْأَمْرُ مَا بَلَغَ اللَّيْلُ وَالنَّهَارُ وَلَا يَتْرُكُ اللَّهُ بَيْتَ مَدَرٍ وَلَا وَبَرٍ إِلَّا أَدْخَلَهُ اللَّهُ هَذَا الدِّينَ بِعِزِّ عَزِيزٍ أَوْ بِذُلِّ ذَلِيلٍ عِزّاً يُعِزُّ اللَّهُ بِهِ الْإِسْلَامَ وَذُلّاً يُذِلُّ اللَّهُ بِهِ الْكُفْرَ

„Wahrlich, diese Angelegenheit (der Islam) wird alles umfassen, wie Nacht und Tag es tun. Allah wird keine Lehmhütte und kein Nomadenzelt auslassen, wozu Er diesem dīn nicht Zutritt verschafft, sei es in Würde oder in Erniedrigung. In einer Würde, die Allah dem Islam verleiht, und einer Erniedrigung, die Allah dem Unglauben zufügt.“

Hizb-ut-Tahrir hat den festen Willen, mit diesem Jahrestag den Anlass in Erinnerung zu rufen, sodass in der Umma von Neuem die Entschlossenheit geweckt wird, die alte Größe und die ihr beraubte Macht wiederzuerlangen, sodass sie wieder zu dem wird, wie Allah sie beschrieben hat: Die beste Umma, die je der Menschheit hervorgebracht wurde.

Wir bitten Allah darum, uns wieder durch den Islam und seine Anhänger zu Würde zu verhelfen und dass ER dem Kufr durch die Demütigung der Kuffar Erniedrigung zufügt. Und das ist für Allah wahrlich nichts Schwieriges.

Geschrieben für das Zentrale Medienbüro von Hizb-ut-Tahrir
Von Y. Salame
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