Dienstag, 18 Rajab 1442 | 02/03/2021
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بسم الله الرحمن الرحيم

Im Namen Allahs des Erbarmungsvollen des Barmherzigen

﴿وَلَكُمْ فِي الْقِصَاصِ حَيَاةٌ يَا أُولِي الْأَلْبَابِ لَعَلَّكُمْ تَتَّقُونَ

In der Wiedervergeltung ist Leben für euch, o ihr, die ihr Verstand besitzt, auf dass ihr gottesfürchtig werdet. (2:179)

Nachricht:

Die Staaten in fast allen der Welt haben im Versuch einer Eindämmung des Coronavirus zu drastischen Maßnahmen gegriffen. Sie reichen von Mundschutzpflicht, der Vermeidung des Händeschüttelns und Quarantänepflicht bis zu Ausganssperren und der Ingewahrsamnahme und Kriminalisierung von Personen, die sich nicht an die Anweisungen halten.

Kommentar:

Es handelt sich um Vorkehrungen, die in der Menschheitsgeschichte beispiellos sind. Zwar sind die Menschen auch in der Vergangenheit von Epidemien, wie der Pest, Cholera, der Spanischen Grippe und weiteren tödlichen Krankheiten, denen Millionen zum Opfer fielen, heimgesucht worden. Doch die Situation hier ist anders, auch wenn die Anzahl der Todesfälle durch diese Krankheit bislang viel geringer war als die vergangener Epidemien.

Ich möchte kurz ein hochbrisantes allgemeines Phänomen zur Sprache bringen, das durch diese Krise weltweit offensichtlich wurde. Es geht um die drastischen Maßnahmen, die die Staaten ergriffen haben und von den Menschen entweder freiwillig oder gezwungenermaßen eingehalten werden und die den Bürgern unter anderen Umständen unmöglich hätten auferlegt werden können. Vor allem deswegen nicht, weil die Menschen an die sogenannten Freiheiten gewöhnt sind, die aus der kapitalistischen Ideologie hervorgegangen sind.

Zu Beginn der Epidemie setzte der chinesische Staat strikte, harte Maßnahmen durch, die vom Westen noch als radikal und streng umschrieben wurden, ja sogar als Verletzung der Menschenrechte bewertet. Denn der chinesische Staat habe ganze Millionenstädte in Massengefängnisse verwandelt und um sie durchzusetzen repressive Methoden angewandt, die - hielten sich Bewohner nicht an die staatlichen Anweisungen - bis zu Schlägen und Festnahmen reichten.

Nachdem sich die Corono-Epidemie immer weiter auszubreiten begann und zu einer Gefahr für Gesellschaften entwickelte, mussten Politker und Rechtsexperten weltweit eingestehen, dass ein Verzicht auf Persönlichkeits- und Freiheitsrechte zum Schutz von Menschenleben und zur Wahrung der Gesellschaft unabdingbar ist.

Die blinden Verfechter der Menschenrechte hatten schon die bloße Diskussion über die Richtigkeit dieser Freiheiten oder über den Nutzen ihrer Umsetzung in der Gesellschaft strikt abgelehnt. Der Grund ist ihre Kurzsichtigkeit und ihr mangelndes Verständnis, was eine Gesellschaft wirklich ist und was auf einer Gesellschaft aufbaut, die frei ist von gesellschaftlichen Epidemien und Übeln. Und heute sehen wir, wie auf Arbeitsplätze verzichtet wird und sogar auf die Freiheit, vor die Tür zu treten und wie es hingenommen wird, dass Schutz- und Atemmasken getragen werden müssen, dass Leute von Polizisten geschlagen und in Gewahrsam genommen und wie horrende Bußgelder erhoben werden - für Verstöße, die gestern noch zu ihren Bürgerrechten gehörten. Und das alles, ohne dass ein Aufschrei zu hören ist. So sei Allah (t) gelobt, Der sagt:

﴿وَلَكُمْ فِي الْقِصَاصِ حَيَاةٌ يَا أُولِي الْأَلْبَابِ لَعَلَّكُمْ تَتَّقُونَ

In der Wiedervergeltung ist Leben für euch, o ihr, die ihr Verstand besitzt, auf dass ihr gottesfürchtig werdet. (2:179)

Und so ist allen bewusst geworden, dass ihr Leben nicht gewahrt werden kann, ohne Opfer zu bringen und ohne auf das persönliche Freiheitsrecht zu verzichten, damit die Gesellschaft am Leben bleibt. Doch werden die Menschen auch begreifen, dass die Seuchen der Gesellschaft, welche aus den Freiheiten hervorgegangen sind, ebenfalls eine zerstörerische und tödliche Wirkung haben, wie etwa die Epidemie der Homosexualität, der außerehelichen sexuellen Beziehungen (zina), der Ausbeutung, des Zinses (riba), der Drogen, des Alkohols, der weiblichen Freizügigkeit, der sexuellen Belästigung von Frauen, des Kindesmissbrauchs und viele weitere seuchenartige Krankheiten, die tödlich sind für die Gesellschaft und die Menschheit?

Es ist Zeit, dass die Menschen ihre Sicht auf diese verderbten Missstände (mafasid) in der Gesellschaft überdenken und diesbezüglich ebenfalls eine Qurarantäne verhängen, um diese Seuchen und deren Verbreitung in der Gesellschaft auszumerzen, damit nicht die ganze Menschheit angesteckt und ins Verderben geführt wird. Es gehört zu den dringendsten Pflichten, diese kranken Auswüchse in der Gesellschaft auszurotten, damit die Gesellschaft gewahrt bleibt und von neuem aufgebaut wird, so wie es Allah, der Allweise, Allwissende, verlangt hat, damit Sein Wohlgefallen erlangt wird.

Dies wird durch die Aussage des Gesandten (s), die in dem Bericht von al-Numan ibn al-Bashir überliefert ist, bestätigt:

«مَثَلُ القائِمِ علَى حُدُودِ اللَّهِ والواقِعِ فيها، كَمَثَلِ قَوْمٍ اسْتَهَمُوا علَى سَفِينَةٍ، فأصابَ بَعْضُهُمْ أعْلاها وبَعْضُهُمْ أسْفَلَها، فَكانَ الَّذِينَ في أسْفَلِها إذا اسْتَقَوْا مِنَ الماءِ مَرُّوا علَى مَن فَوْقَهُمْ، فقالوا: لو أنَّا خَرَقْنا في نَصِيبِنا خَرْقاً ولَمْ نُؤْذِ مَن فَوْقَنا، فإنْ يَتْرُكُوهُمْ وما أرادُوا هَلَكُوا جَمِيعاً، وإنْ أخَذُوا علَى أيْدِيهِمْ نَجَوْا، ونَجَوْا جَمِيعاً»

Das Gleichnis desjenigen, der die Richtlinien Allahs einhält, und desjenigen, der sie verletzt, ist das einer Gruppe von Menschen, die ihre Plätze auf einem Schiff auslosen. Einige erhalten das Oberdecke und die anderen das Unterdeck. Diejenigen, die sich unter Deck befinden, müssen, um ihren Wasserbedarf zu decken, an den Reisenden im Oberdeck vorbei. Da sagen sie: ‚Wenn wir nun ein Loch in unseren Teil des Schiffes schlagen, können wir an Wasser gelangen, ohne die über uns zu stören.' Ließen die Oberen sie in ihrem Vorhaben gewähren, wären sie alle dem Untergang geweiht. Nehmen sie die Unteren jedoch bei der Hand (und hindern sie an deren Vorhaben), so sind sie in ihrer Gesamtheit gerettet.“ (im „Sahih al-Bukhari“ tradiert)

Geschrieben für das Zentrale Medienbüro von Hizb-ut-Tahrir
Von Y. Salame
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