Samstag, 13 Dhu al-Qi'dah 1441 | 04/07/2020
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بسم الله الرحمن الرحيم

Im Namen Allahs des Erbarmungsvollen des Barmherzigen

Der Klassen- und Rassenkonflikt - ein Zeugnis des Versagens der Demokratie

Nachricht

Nach dem gewaltsamen Tod eines Afroamerikaners am 25.05.2020 durch einen Polizisten ist es in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota zu massiven Plünderungen und Gewaltausbrüchen gekommen. Entfacht wurden die Unruhen von den Schwarzen in Amerika. Ladenbesitzer ließen fluchtartig ihre Geschäfte zurück, um sich vor den Ausschreitungen in Schutz zu bringen.

Kommentar

Ein solches Ereignis ist nichts Neues in der westlich-rassistischen Gesellschaft, die sich weder um Prinzipien noch um Verfassungen schert, und entgegengesetzt dem handeln, womit sie sich brüstet, nämlich Verfechterin von Freiheit, Menschlichkeit und Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung zu sein und die sich weitere glanzvolle Parolen auf die Fahnen geschrieben hat, aber von denen im täglichen Leben nichts zu bemerken ist. Vielmehr ist in der Wirklichkeit das genaue Gegenteil zu beobachten. Die Angelegenheit beschränkt sich nicht nur auf den Polizeibeamten oder den Armeeangehörigen, sondern es handelt sich um eine Politik, die der Obhut des Staatspräsidenten höchstpersönlich untersteht und um dessen Handlungsstrategie, die er dazu noch voller Stolz vertritt. Trump bezeichnete die Protestierenden in Minneapolis, die nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd, die Unruhen auslösten als „Schlägertrupps“ bzw. als „Gesindel“ und twitterte: „Dieses Gesindel entehrt das Andenken George Floyds. Das werde ich nicht zulassen. Ich habe auf der Stelle mit Gouverneur Tim Walz gesprochen und ihn darüber informiert, dass die Armee ganz und gar hinter ihm steht. Wir werden jede Schwierigkeit überwinden. Doch wenn das Plündern losgeht, beginnt das Schießen.“

Entschuldigen Sie, Mr. President! Doch das nennt man Anstiftung zu Gewalt und ist mitnichten eine Lösung des Problems. Die Lösung besteht nicht darin, Demonstranten zu töten und das Feuer auf die protestierende Menschen zu eröffnen. Das verschärft die Situation nur. Mit Gewalt provozieren Sie nur massivere Gegengewalt.

Was hat diese Menschen auf die Straße getrieben und was fordern sie ? Haben Sie sich mit diesen Forderungen auseinandergesetzt oder Lösungswege erörtert, um die Gesellschaft von den Problemen zu erlösen bzw. sie auszumerzen? Nein, das haben Sie nicht getan, sondern das genaue Gegenteil davon. Mit Ihren hetzerischen nationalistisch-rassistischen Äußerungen sorgen Sie für eine weitere Verbreitung von Hass, Ressentiments, Feindseligkeit und Egoismus unter den Menschen, sodass die Parolen von Freiheit und Demokratie dabei sind, im gleichen Feuer zu verbrennen, wie das Feuer, das in den Läden und in den staatlichen Einrichtungen und Behörden lodert, die den Menschen mittlerweise verhasst sind. Diese Menschen haben begonnen, jeden zu hassen und zu verfluchen, der auf der Seite dieser Einrichtungen und Behörden steht und diese unterstützt.

Abraham Lincoln proklamierte nach dem Ende des amerikanischen Bürgerkrieges vor mehr als 155 Jahren, im April 1865, die Abschaffung der Sklaverei und erklärte Schwarze und Weiße für gleichberechtigt. Doch bis heute hat es die Gesellschaft Amerikas, die fortwährend von demokratischen Regierungen geführt wurde und der man suggeriert hat, die Prinzipien von Gleichheit und Freiheit durchgesetzt zu haben, es nicht geschafft, die schwarze Bevölkerung als gleichberechtigt zu akzeptieren, geschweige denn sie als Geschwister und Mitbürger eines gemeinsamen Staates anzuerkennen.

Als der Gesandte der Barmherzigkeit, Muhammad (s), die Menschen in Mekka zum Islam einlud, gehörten Bilal al-Habashi (der Äthiopier), Suhaib al-Rumi (der Byzantiner), Salman al-Farisi (der Perser) und Sumaya sowie ihr Mann Yasir und andere zu seinen ersten Anhängern. Sie alle waren arme, schwache Sklaven in Mekka. Doch das Band der islamischen Geschwisterlichkeit, das sie miteinander einte, machte aus ihnen freie Menschen und deren Namen werden in Ehren gehalten, sogar noch vor den Namen Umar ibn al-Hattabs und Hamzas, des Onkels des Propheten (s). Anas bin Malik überlieferte folgenden Ausspruch des Propheten:

«السُّبَّاقُ أربعةٌ أنا سابِقُ العربِ وصُهَيبٌ سابِقُ الرُّومِ وسَلْمانُ سابِقُ الفُرْسِ وبلالٌ سابقُ الحَبَشِ»

Die Vorreiter sind vier. Ich bin der Vorreiter der Araber. Suhaib ist der Vorreiter der Byzantiner. Salman ist der Vorreiter der Perser. Und Bilal ist der Vorreiter der Äthiopier.“ Umar bin al-Khattab (r) pflegte bei Sitzungen Bilal (r) den Vorzug zu geben und zu sagen: „Abu Bakr ist unser Meiser, welcher unseren Meister aus der Sklaverei befreit hat.“

Was sagen diejenigen also zu der Ideologie des Islam, die die Gerechtigkeit und die Gleichheit auf beste Weise verwirklicht, ohne Diskriminierung, ohne Rassismus, ohne Feindseligkeit und ohne Jahiliya!

Geschrieben für das Zentrale Medienbüro von Hizb-ut-Tahrir
von Y. Salame
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