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بسم الله الرحمن الرحيم

Im Namen Allahs des Erbarmungsvollen des Barmherzigen

Srebrenica - 25 Jahre danach

Wann werden wir über die Völkermorde an unserer Umma aufhören, zu sagen „Nie wieder“?

Nachricht:

Am 11. Juli 2020 jährte sich zum 25. Mal der Völkermord von Srebrenica, dem Tag als serbische Truppen in Srebrenica, einer bosnischen Enklave, einrückten, die die Vereinten Nationen im Bosnienkrieg zur UN-Schutzzone erklärt hatten. Anschließend richteten die Serben mehr als 8000 muslimische Männer und Jungen in den nordöstlichen Regionen Bosniens kaltblütig hin. Nach dem Massaker, das als schlimmstes Kriegsverbrechen seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges bezeichnet wird, versprach die Welt: Nie wieder. Und dennoch leben wir in einer Welt, in der sich der Massenmord von Srebrenica in vielen Ländern der Erde an den Muslimen wiederholt: Von Syrien bis Myanmar, von Gaza bis Kaschmir, vom Jemen bis Zentralafrika, und dort, wo ethnische Säuberungen und die religiöse Verfolgung der Muslimen in Ostturkestan, in Indien, in Russland, auf der Krim und anderswo an der Tagesordnung sind. Wann werden wir also wirklich „Nie wieder“ meinen, wenn es um das Abschlachten und um die Unterdrückung unserer islamischen Umma geht?

Kommentar:

„Nie wieder“ bedeutet: Beenden, was die Ermordung zig Tausender muslimischer Männer, Frauen und Kinder in Bosnien und was spätere Genozide an den Muslimen erst möglich machte, nämlich dass das System Allahs in dieser Welt nicht vorhanden ist. Es fehlt also das Kalifat, Schutzschild und Hüter der Gläubigen, ein Staat, dessen Pflicht es ist, das Blut der Gläubigen zu schützen und für die Interessen des Islam und für die Bedürfnisse der Menschheit einzutreten. Es war dieses islamische System, das mit der Gerechtigkeit der islamischen Gesetze mehr als 500 Jahre für Frieden, Fortschritt und Einheit unter den Menschen verschiedener Abstammungen, Ethnien und Religionsgemeinschaften auf dem Balkan sorgte. Nicht ohne Grund schrieb der britische Historiker T.W. Arnold in seinem Buch „The Preaching of Islam“, in dem er auf den Umgang mit Nichtmuslimen, die unter dem osmanischen Kalifat lebten, eingeht: „Obwohl die Griechen den Türken in allen europäischen Provinzen des Reiches zahlenmäßig überlegen waren, haben sie die religiöse Toleranz, die ihnen entgegengebracht wurde, und der Schutz des Lebens und des Eigentums, das sie genossen, sie schnell darin versöhnt, die Herrschaft des Sultans vor jeder christlichen Macht vorzuziehen.“ Es war dieser Staat, der sich nicht nur zur Verteidigung verfolgter Muslime in Marsch setzte, wie es der Islam vorschreibt, und wir es beispielsweise im 12. Jahrhundert unter dem osmanischen Kalifen Sulaiman I. erlebten, der eine Armada aus 36 Schiffen entsandte, um 70.000 Muslime, die von den christlichen Herrschern verfolgt wurden, aus dem Andalus zu retten, damit sie dann in den Ländern des Kalifats leben. Es war zudem ein Staat, der auch die Hilfeschreie verfolgter Nichtmuslime nicht ungehört ließ, so wie wir es 1492 unter dem osmanischen Kalifen Bayazid II. erlebten, der seine gesamte Flotte auf See schickte, um die 150.000 europäischen Juden zu retten, die in Spanien der Verfolgung christlicher Herrscher ausgesetzt waren. Sie durften sich ebenfalls im Staat des Kalifats niederlassen.

„Nie wieder“ bedeutet ebenfalls: Das giftige Konzept von Nationalismus und des nationstaatlichen politischen Modells abzulehnen, das dazu geführt hat, dass der Balkan zu einer Brutstätte ethnischer Spannungen und Konflikte wurde und die Serben dazu inspirierte, mit Kampagnen systematischer ethnischer Säuberungen gegen die muslimischen Bosniaken vorzugehen, um ihrer Vision eines „ethnisch reinen“ Großserbiens entlang des Flusses Drina näherzukommen. Es ist dieses giftige Konzept des Nationalismus und die künstlich geschaffenen nationalen Identitäten und Grenzen, die vom Westen in unsere muslimischen Länder implantiert wurden, die Staaten wie Saudi-Arabien motivierten, die eigenen Brüder und Schwestern im Jemen verhungern zu lassen. Denn das geschah aus nationalem Interesse und aufgrund der Interessen ihrer Herren im Westen. Dies ist es, was islamische Länder, wie Bangladesch, Malaysia und Indonesien dazu animiert, die verzweifelten Rohingya-Muslime von ihren Territorien fernzuhalten. Diese Länder schauen dabei zu, wie die Menschen ertrinken, weil sie sie als Störfaktoren für ihre nationalen Interessen und für ihre Wirtschaft sehen. Diese Faktoren sind es, die islamische Länder wie die Türkei, Ägypten, Jordanien, Pakistan und andere, dazu bringen, den Massakern an ihren Geschwistern in Aš -Šam und dem Leiden von Millionen muslimischer Uiguren tatenlos zuzusehen, die in chinesischen Internierungslagern in Ostturkestan gefangen sind. Diese Länder tun nichts zum Schutz dieser Menschen, denn das liegt ja nicht im nationalen Interesse dieser Länder! Was für ein verabscheuungswürdiges, perfides Konzept! Der Gesandte Allahs(s) sprach:

«لَيْسَ مِنَّا مَنْ دَعَا إِلَى عَصَبِيَّةٍ وَلَيْسَ مِنَّا مَنْ قَاتَلَ عَلَى عَصَبِيَّةٍ وَلَيْسَ مِنَّا مَنْ مَاتَ عَلَى عَصَبِيَّةٍ»

Wer zur ʿaabiya (Tribalismus, Nationalismus) aufruft, gehört nicht zu uns. Wer um der ʿaabiya willen kämpft, gehört nicht zu uns. Und wer um der ʿaabiya willen zu Tode kommt, gehört nicht zu uns.“ (Abū Dāwūd).

„Nie wieder“ bedeutet auch: Abzulehnen, sich auf ausländische Regierungen zu verlassen, dass sie unsere Probleme als Umma lösen, sei es von Seiten der UNO oder von Seiten einzelnen westlichen Regierungen. Die Folgen der Komplizenschaft dieser Mächte im Verbrechen gegen die Muslime waren und sind im Bosnienkrieg ebenso wie in vorangegangenen und auch heutigen Konflikten mehr als deutlich. Wir haben beispielsweise gesehen, wie die Vereinten Nationen die bosnischen Einheiten in Srebrenica demilitarisiert haben, während die Serben bewaffnet blieben und sich von ihren Verbündeten mit Munition versorgen konnten. Wir haben gesehen, wie die UNO die Muslime Sreberenicas den serbischen Schlächtern überlassen hat, trotz des Versprechens, dass sie unter dem Schutz der UNO stünden. Der ehemalige Chef des Staatspräsidiums von Bosnien-Herzegowina Dr. Haris Silajdzic sprach über die schmutzige Rolle, die die Hauptakteure im Krieg spielten, über die Komplizenschaft der Vereinten Nationen mit den Serben und wie die Serben Unterstützung von Großmächten wie Frankreich und Großbritannien erhielten. Sylvie Matton, Autorin eines Buches über den Verrat an Srebrenica „Srebrenica, ein angekündigter Genozid“, schrieb darüber, wie die Großmächte sich untereinander absprachen, dem Serbenführer Slobodan Milosovic das auszuhändigen, was er haben wollte, nämlich die drei bosnischen Enklaven Srebrenica, Zepa und Gorazde. Dabei teilt Allah (t) uns mit:

﴿وَالَّذينَ كَفَرُواْ بَعْضُهُمْ أَوْلِيَاء بَعْضٍ إِلاَّ تَفْعَلُوهُ تَكُن فِتْنَةٌ فِي الأَرْضِ وَفَسَادٌ كَبِيرٌ

Und diejenigen, die ungläubig sind, sind einer des anderen Beschützer. Wenn ihr das nicht tut, wird es im Land Aufruhr und gewaltiges Unheil geben. (8:73)

Und in der Tat, wir verfolgen tagtäglich, wie die ungläubigen Regierungen Allianzen gegen die Muslime und den Islam schmieden, wie sie sich gegen die islamische Revolution in Syrien verschwören, sehen, wie sie den Zionistenstaat unterstützen und verteidigen und wie sie einen Sieg der pakistanischen Armee über Indien in Kaschmir verhindern.

Es kann kein Schlussstrich unter dieses traurige Kapitel der Genozide, die an unserer Umma begangen werden, gezogen werden, solange wir nicht die wahren Lehren aus der Geschichte und aus unserer Glaubensüberzeugung, unserem n, ziehen. Und diese bestehen darin, dass der Schutz und die Sicherheit der Muslime erst dann realisiert werden, wenn wir nichtislamische Quellen für die Lösungen unserer Probleme und für die Regelung unserer Länder ablehnen und unser ganzes Augenmerk und unsere Anstrengungen darauf lenken, entschlossen den Staat und das Einheit stiftende System zu errichten, ganz nach dem Befehl Allahs, sodass dieser Staat – das Kalifat – als Schutzschild, Beschützer und Hüter für uns da ist.

Geschrieben für das zentrale Medienbüro von Hizb-ut-Tahrir
von Dr. Nasreen Nawaz
Direktorin der Frauenabteilung des zentralen Medienbüros von Hizb-ut-Tahrir
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