Sonntag, 25 Shawwal 1447 | 12/04/2026
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بسم الله الرحمن الرحيم

 

Im Namen Allahs, des Erbarmungsvollen, des Barmherzigen

Antwort auf eine Frage

Der Krieg gegen den Iran

Frage:

Welche Bedeutung kommt den schwankenden und widersprüchlichen Erklärungen von Donald Trump zu, der dem Iran zunächst eine Frist von 48 Stunden einräumt, diese sodann auf fünf Tage und schließlich auf zehn Tage ausdehnt – und darüber hinaus einen Plan mit fünfzehn Punkten vorlegt? Wie ist ferner das taktische Wechselspiel der Stellungnahmen zu deuten, die überwiegend von Trump und in geringerem Maße vom Iran ausgehen? Welche Implikationen ergeben sich daraus, dass das iranische Fernsehen verkündete, der Iran lehne den Vorschlag Trumps ab? Und welche Schlussfolgerungen lassen sich aus alldem ziehen? Ist Trump tatsächlich in der Lage, seine Zielsetzungen zu verwirklichen, nämlich den Iran am Erwerb nuklearer Fähigkeiten und schwerer Raketensysteme zu hindern, um ihn in den Orbit der USA zurückzuführen oder ihn erneut in einen Vasallenstaat zu verwandeln? Oder wird der Iran sich als eigenständig agierender Staat behaupten können? Entspricht es den Tatsachen, dass die zionistische Entität mit Billigung der Vereinigten Staaten darauf hinarbeitet, ihr Territorium auszuweiten, indem es den Südlibanon bis zum Litani-Fluss angliedert, wie es der Verteidigungsminister der Entität geäußert hat? Und schließlich: Wie ist zu erklären, dass die Muslime nicht erkennen, dass allein der islamische Staat in Gestalt des rechtgeleiteten Kalifats imstande ist, Trump in die Reihen seiner Genossen zu stellen, den Herrschern untergegangener Imperien, wie Byzanz und Persien? Wie können die Muslime nicht erkennen, dass nur das Kalifat imstande ist, ihn und seinesgleichen vor sich her zu treiben und sie mit ihrer ganzen List in ihr eigenes Verderben zu stürzen, sodass der Islam und die Muslime würdevolle Macht erlangen, während der Unglaube und die Ungläubigen zugrunde gehen?

Antwort:

Damit die Antwort auf die vorstehenden Fragestellungen in ihren drei Teilbereichen klar wird, wollen wir die folgenden Aspekte darlegen:

Erstens: Zum ersten Teil der Frage, der sich auf Trumps Zielsetzung bezieht, den Iran in einen abhängigen Vasallenstaat zu verwandeln, oder ob er weiter im geopolitischen Orbit der USA verbleibt oder gar zu einem unabhängigen Staat wird:

1. Am Morgen des Samstags, dem 28. Februar 2026, veröffentlichte der US-Präsident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social ein Video, in dem er ankündigt, dass die im Nahen Osten stationierten US-Streitkräfte umfangreiche militärische Operationen gegen den Iran eingeleitet hätten. Ihm schloss sich sein Schatten Benjamin Netanyahu an. Diese Entwicklung offenbarte zugleich eine Verhärtung innerhalb des Irans in seinem Verhältnis zu den Vereinigten Staaten, insbesondere seitens der Revolutionsgarden. Denn die Regierung Trump begann, vom Iran weitreichende Zugeständnisse zu verlangen, die letztlich darauf abzielten, das Land in ein vollständiges Abhängigkeitsverhältnis zu überführen. Das bedeutet, den Iran aus dem Zustand herauszulösen, als unabhängiger Staat mit eigenständigem politischem Handlungsspielraum bloß im Orbit der USA zu kreisen, und ihn in einen vollkommen gefügigen Vasallenstaat zu verwandeln. Dass man nämlich die Führungsspitze eliminiert hat, nur um den Iran weiter im US-Orbit zu belassen, scheint kaum vorstellbar. Auch griffen die USA den Iran nicht an, um ihn aus ihrem Orbit zu verdrängen und als unabhängigen Staat bestehen zu lassen. Vielmehr gingen sie offenbar davon aus, das Land durch einen initialen, schockartigen Schlag rasch unter ihre Kontrolle zu bringen und in ein Abhängigkeitsverhältnis zu überführen. Und dies kann nur eines bedeuten: dass sich die Trump-Administration mit Akteuren innerhalb des iranischen Regimes abgestimmt hat, damit sie unmittelbar nach einem solchen Schlag die Macht übernehmen — also nach Ausschaltung der als widerständig geltenden Führungsebene. Dies jedoch ist nicht passiert! Vielmehr gelang es den Revolutionsgarden, die Situation unter Kontrolle zu bringen. Deshalb waren Trump und das Zionistengebilde schockiert, dass die politische Ordnung im Iran stabil blieb und mit unerwarteter Entschlossenheit reagierte. Die iranischen Gegenschläge – in Form von Raketen und Drohnen – zeichneten sich durch eine ungewöhnliche Intensität und einen bemerkenswerten Mut aus und richteten sich sowohl gegen das Zionistengebilde als auch gegen amerikanische Stützpunkte am Golf und in der weiteren Region. Trump selbst räumte ein, dass einige jener Personen, die er als mögliche künftige Führungsträger vorgesehen hatte, unbeabsichtigt getötet worden seien. Die Vereinigten Staaten gingen zunächst davon aus, dass die heftige iranische Reaktion auf spontane, emotional geprägte Entscheidungen einzelner Führungspersönlichkeiten nach dem Tod des Obersten Führers zurückzuführen sei, und warteten auf die Ernennung eines Nachfolgers. Doch nach der Einsetzung von Mojtaba Khamenei als Nachfolger seines Vaters und nach Ablauf mehrerer Wochen stabilisierte sich die Lage dahingehend, dass die Kontrolle innerhalb des Regimes bei den US-feindlichen Kräften verblieb, insbesondere auch deshalb, weil die amerikanische Aggression alle Grenzen überschritten hatte.

2. Es scheint dass sich die USA und die zionistische Entität verkalkuliert haben. Als sie ihre Aggression gegen den Iran begannen, war zu erkennen, dass sie den Konflikt auf eine kurze Dauer angelegt hatten – geschätzt auf etwa vier Tage. Getragen war dies von der Vorstellung eines massiven Überraschungsangriffs, der auf die Ausschaltung der obersten Führung, auf die nuklearen Einrichtungen sowie auf die Zentren der Raketenproduktion und -stationierung ausgerichtet war. Sie gingen davon aus, dass mit der Eliminierung der Führungsspitze und der ersten Entscheidungsebene die nachgeordneten Ebenen kapitulieren und sich ihren Bedingungen unterwerfen würden – ähnlich wie im Fall von Venezuela, als US-Kräfte den Präsidenten entführten und seine Stellvertreterin mit ihrem Umfeld sich den Vereinigten Staaten unterwarf. Diese Erwartung erfüllte sich im Falle des Irans jedoch nicht. Nach der Tötung des Obersten Führers Ali Khamenei sowie weiterer Führungspersönlichkeiten des Regimes bewahrten die Revolutionsgarden die Kontrolle, entschieden sich zum Widerstand und gingen zum Gegenangriff über. In der Folge kam es zu einem Bruch der Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran, der zuvor in ihrem Orbit kreiste. Die USA streben eine grundlegende Neugestaltung dieser Beziehung an, andernfalls hätten sie eine derartige Aggression nicht durchgeführt und auch der zionistischen Entität nicht erlaubt, zentrale Schlüsselpersonen zu töten, allen voran den Obersten Führer. Dies legt nahe, dass die Vereinigten Staaten darauf abzielten, die bisherige politische Rolle des Iran als Staat, der im Orbit kreist, in einen gefügigen Vasallenstaat zu verwandeln, dem sie in künftigen Verhandlungen ihre Bedingungen diktieren können. Da sie nun dieses Ziel nicht erreicht haben, entschieden sie sich dazu, den Krieg fortzusetzen.

3. Dass das eigentliche Ziel der Vereinigten Staaten in einer grundlegenden Veränderung der Politik des iranischen Regimes lag und dass sie dessen Resilienz gegen den Angriff und dessen militärische Antwort auf die Aggression trotz der Tötung zahlreicher führender Persönlichkeiten nicht erwartet hatten, wird durch mehrere Indizien untermauert. So erklärte der US-Kriegsminister Pete Hegseth am 10. März 2026: „Ich kann nicht sagen, dass wir notwendigerweise genau diese Reaktion erwartet haben.“ Ebenso berichtete die New York Times am 12. März 2026 unter Berufung auf informierte Kreise, dass Donald Trump und seine Berater weiterhin davon ausgegangen seien, die Ausschaltung der obersten Führung werde den Aufstieg pragmatischerer Kräfte begünstigen, die ein Ende des Krieges anstreben würden, also die Kapitulation gegenüber den Vereinigten Staaten und die Akzeptanz ihrer Bedingungen. Als sich die Erwartungen einer raschen Kapitulation nicht erfüllten, begann Trump, den zeitlichen Horizont für eine siegreiche Beendigung des Krieges auszuweiten – zunächst auf zwei Wochen, dann auf möglicherweise vier Wochen. Sein Ziel ist es, den Krieg in einer Weise zu beenden, die ihn als Sieger erscheinen lässt, anstatt den Eindruck einer Niederlage oder gar einer Demütigung zu erwecken – wie es beim Abzug der US-Truppen aus Afghanistan im Jahr 2021 geschehen ist. Zugleich steht Trump unter innenpolitischem Druck: Er ist bestrebt, den Krieg zu beenden, bevor sich die Situation innenpolitisch verschlimmert und negative Auswirkungen auf ihn und seine Partei haben könnte – insbesondere im Hinblick auf die im kommenden Herbst anstehenden Zwischenwahlen zum Kongress, deren Ausgang wiederum Einfluss auf die Präsidentschaftswahlen im Jahr 2028 haben. Vor diesem Hintergrund ist sein Bemühen zu sehen, zumindest einen „verbalen Sieg“ zu inszenieren. So erklärte er gegenüber der US-Plattform Axios am 11. März 2026, im Iran gebe es „kaum noch etwas, das man angreifen könne“, und die Angriffe hätten bereits in der Anfangsphase größere Schäden verursacht, als es die Iraner ursprünglich für möglich gehalten hätten. Solche Äußerungen lassen erkennen, dass Trump mit Worten spielt, um den Eindruck eines Erfolges zu vermitteln. Zugleich deuten sie darauf hin, dass sich die Vereinigten Staaten in einer bedenklichen Lage befinden, da ihre Ziele weder rasch noch ohne nennenswerte Kosten erreicht werden konnten.

4. Danach griff Trump zu einem taktischen Manöver, nämlich zur Verlängerung von Fristen als neue Strategie. So verkündete er am 22. März ein strenges, „letztes“ Ultimatum von 48 Stunden. Bereits am 23. März verlängerte er diese Frist um fünf Tage mit der Begründung, es würden „konstruktive Gespräche“ geführt. Am 26. März erklärte er sodann eine weitere Verlängerung um zehn Tage, also bis zum 6. April 2026 – begleitet von weiteren widersprüchlichen Stellungnahmen. Ziel dieser Vorgehensweise ist es, psychischen und politischen Druck auf den Iran auszuüben, um ihn zur Kapitulation zu zwingen. Zugleich könnten diese Fristverlängerungen als Deckmantel für militärische Aufmärsche dienen, indem die Vereinigten Staaten zusätzliche Kräfte in die Region verlegen, um eine begrenzte Bodenoperation gegen den Iran oder gegen die Insel Khardsch vorzubereiten. Ein ähnliches Vorgehen legte Trump bereits bei früheren Angriffen an den Tag. Bei diesen Fristen handelt es sich also um ein taktisches Manöver von seiner Seite, das der Täuschung dient, während parallel neue Truppen entsandt werden. Berichten zufolge prüfen das Weiße Haus und das US-Verteidigungsministerium, in den kommenden Tagen mindestens 10.000 zusätzliche Soldaten in den Nahen Osten zu entsenden. (MEEBA News, 27.03.2026).

5. Vor diesem Hintergrund blieb Trump mit seiner impertinenten Arroganz nur das, was er als „Frieden durch Stärke“ bezeichnet, also Verhandlungen unter militärischem Feuer. In diesem Sinne legte er einen 15-Punkte-Plan vor, den er dem Iran über Pakistan übermitteln ließ, um den Krieg zu beenden. Dieser Plan umfasst im Kern folgende Punkte: den vollständigen Abbau der angesammelten nuklearen Kapazitäten, die verbindliche Zusage, niemals den Erwerb von Atomwaffen anzustreben, die Einstellung jeglicher Urananreicherung auf iranischem Boden, die Übergabe sämtlicher angereicherter Materialien an die Internationale Atomenergiebehörde innerhalb eines kurzen Zeitrahmens, die Stilllegung und Zerstörung der Anlagen in Natanz, Isfahan und Fordo, die vollständige Offenlegung aller Informationen gegenüber der Atomenergiebehörde, den Verzicht Irans auf die sogenannte „Stellvertreterstrategie“, die Einstellung finanzieller und militärischer Unterstützung für seine regionalen Verbündeten, die Offenhaltung der Straße von Hormus als freie internationale Wasserstraße sowie eine spätere Regelung der Raketenfrage durch Beschränkungen hinsichtlich Anzahl und Reichweite und ihre Begrenzung auf „legitime Verteidigung“. Aus diesen Punkten wird deutlich, dass Trumps Ziel darin besteht, den Iran von einem Staat, der im US-Orbit kreist, in einen vollständig gefügigen Vasallenstaat zu verwandeln, der die Vorgaben der Vereinigten Staaten ohne Wenn und Aber umsetzt. Selbst in internationalen Medien wurde dieser Plan als eine Art Kapitulationsdokument bewertet, d. h. als ein Instrument zur Umwandlung des Iran in einen Vasallenstaat. Doch der Plan, den die Regierung Trumps über Pakistan vorgelegt hat, kommt in Wirklichkeit einem Kapitulationsdokument gleich. … (Doha-Institut, 26.03.2026) In diesem Zusammenhang führte Trump am 24. März 2026 ein Telefongespräch mit dem pakistanischen Armeechef Marschall Asim Munir, seinem Lieblingsgeneral, und drängte ihn, den Iran zu zwingen, Trumps Bedingungen zu akzeptieren. Dies blieb jedoch ohne Erfolg. Der Iran wies den Plan im staatlichen Fernsehen zurück – ein Schritt, der als Ablehnung einer Transformation in einen „abhängigen Staat“ zu verstehen ist. Im Gegenzug legte Iran einen eigenen Fünf-Punkte-Plan vor: die Einstellung gezielter Tötungen iranischer Funktionsträger, Sicherheitsgarantien gegen neue Angriffe, Kriegsentschädigungen, ein Ende der Feindseligkeiten sowie die Anerkennung der iranischen Souveränität über die Straße von Hormus. (Euronews 25.03.3036) Obwohl dieser iranische Vorschlag die Fragen der nuklearen und raketentechnischen Fähigkeiten nicht behandelt, steht er in keinem Einklang mit dem amerikanischen 15-Punkte-Plan. Die Verhandlungen befinden sich somit weiterhin in einer Sackgasse.

6. Dennoch sind die Kontakte nicht abgebrochen, auch wenn sie nicht in offener Form stattfinden. So erklärte der iranische Außenminister Abbas Araghchi in einem Interview mit Al Jazeera am 31. März 2026: „Was derzeit geschieht, sind keine Verhandlungen – weder direkt noch über Vermittler. Ich erhalte jedoch weiterhin Nachrichten vom amerikanischen Gesandten Witkoff wie zuvor in direkter Form. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir verhandeln.“ Er fügte hinzu, es sei unzutreffend, dass mit bestimmten Kreisen innerhalb Irans verhandelt werde; vielmehr würden Botschaften über das Außenministerium übermittelt, und es gebe Kontakte zwischen den Sicherheitsapparaten – unter Aufsicht des Nationalen Sicherheitsrates. Weiter erklärte er: „Wir haben noch keine Entscheidung über Verhandlungen getroffen; wir haben diesbezüglich Vorbehalte, und unsere Bedingungen für ein Ende des Krieges sind klar. Wir werden keinen bloßen Waffenstillstand akzeptieren, sondern streben ein vollständiges Ende des Krieges an – nicht nur im Iran, sondern in der gesamten Region.“ Zudem hielt er fest: „Unsere Bedingungen umfassen Garantien dafür, dass sich die Angriffe nicht wiederholen, sowie Entschädigungen für die entstandenen Verluste.“ Diese Aussagen weisen eine gewisse Doppelbödigkeit auf: So bestehen Kontakte, aber offiziell keine Verhandlungen!! Gleichwohl deutet dies darauf hin, dass es innerhalb des iranischen Regimes Akteure gibt, die zu Verhandlungen bereit wären, und dass die Vereinigten Staaten den Konflikt jederzeit beenden und mit Verhandlungen beginnen könnten – zumal die Kommunikationskanäle, wie Araghchi es selbst ausführt, weiterhin bestehen. Demgegenüber zeigt sich die Revolutionsgarde deutlich kompromissloser als andere Teile des Systems: Sie setzt ihre Angriffe auf amerikanische Interessen im Golf und dessen Umgebung sowie im besetzten Land fort und lehnt Verhandlungen weiterhin ab.

7.Bei sorgfältiger Betrachtung und eingehender Analyse der vorstehenden Punkte ergibt sich als Zusammenfassung der Antwort auf den ersten Teil der Frage Folgendes:

a) Die Revolutionsgarden wehren sich ernsthaft, um den Iran aus dem Einflussbereich der Vereinigten Staaten zu lösen, sodass er nicht länger in deren Orbit verbleibt, sondern zu einem unabhängigen Staat wird. Dies lässt sich durch mehrere Stellungnahmen untermauern: So erklärten die iranischen Revolutionsgarden, dass jede Bewegung der Feinde in der Straße von Hormus mit einer entschlossenen Reaktion der Seestreitkräfte beantwortet werde. (MTV Libanon, 04.03.2026). Ferner betonte ihr Sprecher Ebrahim Zolfaghari am 2. April 2026, der Krieg werde fortgesetzt, „bis die Feinde erniedrigt sind und sich ergeben“, und unterstrich, dass die Angriffe „härter und ausgedehnter“ weitergeführt würden. (Al-Ayyam News, 02.04.2026) Zudem bestätigten die Revolutionsgarden am 1. April 2026, dass die strategisch bedeutsame Straße von Hormus für die Feinde des Landes geschlossen bleiben werde – zu einem Zeitpunkt, als Donald Trump erklärte, er werde einen Waffenstillstand nur in Betracht ziehen, wenn sie wieder geöffnet werde. (Akhbar al-Yaum, 01.04.2026) Schließlich hieß es in einer über einen Telegram-Kanal der Revolutionsgarden verbreiteten Erklärung: „Von nun an wird jede gezielte Tötung mit der Zerstörung eines amerikanischen Unternehmens beantwortet werden.“ (al-Arabiyya.net, 01.04.2026).

b) Die Vertreter des iranischen Regimes schwanken zwischen Härte und Nachgiebigkeit. Ihr äußerstes Bestreben besteht – sofern es ihnen möglich ist – darin, den Iran weiterhin im Orbit des amerikanischen Einflussbereichs zu halten. Dabei erscheint es für sie keineswegs gravierend, wenn der Iran zu einem abhängigen amerikanischen Vasallenstaat wird, wie es bei zahlreichen Ländern der Region der Fall ist. Zugleich deutet vieles darauf hin, dass Trump innerhalb des Iran über Ansprechpartner verfügt, die er als „geeignet“ betrachtet. So erklärte er am 23. März 2026: „Ich verkehre mit den passenden Personen in Iran.“ Auf die Frage, mit wem genau die Vereinigten Staaten sprechen, antwortete er: „Weil ich nicht möchte, dass sie getötet werden.“ (France 24, englisch). In diesem Zusammenhang berichtete eine pakistanische Quelle gegenüber Reuters, dass „Israel“ den iranischen Außenminister Abbas Araghchi sowie den Parlamentspräsidenten Mohammad Bagher Ghalibaf vorübergehend von einer Liste möglicher Personen für gezielte Tötungen gestrichen habe. Dies sei erfolgt, nachdem Pakistan Washington aufgefordert hatte, diese nicht anzugreifen, mit der Begründung: „Wenn auch sie beseitigt werden, wird niemand mehr übrig bleiben, mit dem man sprechen kann.“ (al-Jazeera Arabic, 26.03.2026).

c) Was hingegen Trump betrifft, so besteht sein Ziel in diesem Krieg darin, den Iran in einen abhängigen Staat zu verwandeln, der uneingeschränkt seinen Vorgaben folgt, sodass er die Kontrolle über dessen Öl- und Gasressourcen erlangt und sich einen größeren Anteil am Einfluss über die Straße von Hormus sichert! Die Vereinigten Staaten streben danach, den Kriegsverlauf so zu gestalten, dass sie ein Maximum ihrer Ziele erreichen können. Dabei behalten sie sich verschiedene Eskalationsoptionen vor: So könnten sie etwa Energieanlagen im Iran angreifen — selbst auf die Gefahr hin, dass der Iran im Gegenzug Energieinfrastruktur in den Golfstaaten ins Visier nimmt und der Ölpreis auf ein Höchstniveau steigt. Ebenso besteht die Möglichkeit, dass die USA eine faktische Blockade der Straße von Hormus vornehmen, ohne sie freizugeben — etwa indem sie iranischen Öltankern oder solchen, die mit Billigung des Iran verkehren, die Passage durch das Arabische Meer verwehren.

* Trumps Bestrebungen, den Iran in ein Abhängigkeitsverhältnis zu überführen, werden kein Ende nehmen, solange die USA innerhalb des Regimes über Leute verfügen. Gelangen diese Personen an die Macht, könnten sich seine Zielvorstellungen verwirklichen.

* Sollte jedoch mit dem Fortgang des Krieges seine Hoffnung auf diese Akteure schwinden, die Revolutionsgarden weiterhin militärisch standhaft bleiben und dem Staat erneut Stabilität verleihen, dann würde sich der Iran in Richtung Unabhängigkeit entwickeln. Denn dieser Krieg hat gewissermaßen den letzten Faden durchschnitten, der den Iran bislang noch im Orbit der Vereinigten Staaten hielt.

Zweitens: Zum zweiten Teil der Frage, der den Libanon betrifft und ob die zionistische Entität bestrebt ist, den Süden bis zum Litani-Fluss mit Zustimmung der Vereinigten Staaten zu annektieren:

1. In Bezug auf den Libanon berichtete al-Jazeera am 26. März 2026 unter Berufung auf Quellen, dass der Iran den Vermittlern mitgeteilt habe, der Libanon müsse Bestandteil eines jeden Waffenstillstands sein. Zudem erklärte der Verteidigungsminister des Zionistengebiles, Israel Katz, am 24. März 2026, seine Streitkräfte würden ein Gebiet im Süden des Libanon bis zum Litani-Fluss unter ihre Kontrolle bringen. Er erklärte: „Die geflüchteten Bewohner werden nicht südlich des Litani zurückkehren, bevor die Sicherheit der Bewohner Nordisraels gewährleistet ist.“ Ferner sagte er, seine Kräfte hätten „alle fünf Brücken über den Litani, die von der Hisbollah genutzt wurden, zerstört“ und würden „die verbleibenden Brücken unter Kontrolle bringen sowie eine Sicherheitszone bis zum Litani-Fluss einrichten.“ (Asharq Al-Awsat, 24.03.2026). Darüber hinaus erklärte der libanesische Premierminister Najib Mikati am 19. März 2026 gegenüber CNN, er habe eine Botschaft an Donald Trump gesandt, in der er seine Bereitschaft zu „sofortigen Verhandlungen mit der israelischen Seite“ bekundet habe.

2. Vor diesem Hintergrund deuten die Erklärungen der zionistischen Entität darauf hin, eine Pufferzone im Süden des Libanon bis zum Litani-Fluss einrichten zu wollen. Dabei ist auch von einer faktischen Entvölkerung dieses Gebietes die Rede. Gleichwohl erscheint die Umsetzung eines solchen Vorhabens für die zionistischen Streitkräfte aufgrund des militärischen Widerstands im Süden des Libanon keineswegs einfach. Zudem sind die Zionisten kein Volk von Kriegern — es sei denn durch ein Seil der Menschen, nachdem sie das Seil Allahs durchtrennt haben. Daher werden sie — wenn die amerikanische Aggression zu Ende geht — automatisch ihr Ende finden.

Drittens: Zum dritten Teil der Frage, der den Staat des Kalifats betrifft. Dieser wird dem Islam und den Muslimen ihre machtvolle Würde zurückgeben und den Unglauben mit samt seinen Vertretern erniedrigen:

1. Von den Herrschern der islamischen Länder ist nichts Gutes zu erwarten. Es ist fernliegend, dass sie zur rechten Einsicht zurückkehren. Daher ist allein auf die islamische Umma zu setzen, wenn sie ihren Staat errichtet und sich in einer einzigen politischen Ordnung vereint – verkörpert im rechtgeleiteten Kalifat unter einer bewussten, entschlossenen Führung mit einem korrekten, stählernen Willen. Ihre historischen Taten legen Zeugnis davon ab: In wenigen Jahren besiegten sie die beiden größten Imperien ihrer Zeit – Persien und Byzanz – und setzten ihre Expansion nach Osten und Westen fort, bis sich ihnen zahlreiche Völker unterwarfen, mächtige Heere vor ihnen unterlagen und die Throne von Königen und Kaisern zu Fall gebracht wurden. Auch die Vereinigten Staaten wird dieses Schicksal ereilen: Mit der Erlaubnis Allahs wird auch ihre Macht gebrochen werden. Sie werden dann gezwungen sein — besiegt und gedemütigt —, ihre Militärbasen zu schließen und ihre Truppen Hals über Kopf über den Atlantik zurückzuziehen, wodurch der Hochmut von Trump und seinesgleichen im Staub versinken wird.

(قُل لِّلَّذِينَ كَفَرُواْ سَتُغْلَبُونَ وَتُحْشَرُونَ إِلَى جَهَنَّمَ وَبِئْسَ الْمِهَادُ)

Sprich zu denjenigen, die ungläubig sind: „Ihr werdet besiegt und in der Hölle versammelt werden – welch schlimme Lagerstatt!“ (3:12).

2. Es stimmt, dass der Iran Angriffe auf amerikanische Militärbasen am Golf sowie auf das Zionistengebilde durchgeführt hat. Auch ist es richtig, dass diese Angriffe ein gewisses Maß an militärischer Stärke erkennen lassen. Die Machthaber des Iran werden jedoch nicht in der Lage sein, die Vereinigten Staaten endgültig zu besiegen und ihren Untergang einzuleiten, solange kein Kalifat besteht, das die Sache Allahs unterstützt, Seine Gesetze anwendet und ihm dadurch Sein Beistand zuteil wird. Sodann wird die Welt in der Gerechtigkeit des Kalifats erstrahlen, der ğihād wird vollzogen und Allah wird das Kalifat mit Seinem Siege ehren.

(إِنْ تَنْصُرُوا اللهَ يَنْصُرْكُمْ وَيُثَبِّتْ أَقْدَامَكُمْ)

Unterstützt ihr Allah, so unterstützt Er euch und gibt euch einen festen Stand. (47:7) Von da an wird den USA eine Lektion nach der anderen erteilt, bis sich ihre Wahrheit offenbart. Heute bekämpfen die USA die Muslime von deren eigenem Boden aus und starten ihre Attacken von Flughäfen in den muslimischen Ländern. Sie treiben ihre Vasallen dazu an, die Angriffe auf das Zionistengebilde abzuwehren. Das Kalifat hingegen wird diese Vasallen in ihren Festungen überwältigen und sie mit Schimpf und Schande vertreiben. Auf seinem Weg dorthin wird es die muslimischen Völker mobilisieren und an Stärke zunehmen, bis es zu einer reißenden Flut wird, die auch die amerikanischen Stützpunkte außerhalb der islamischen Welt ins Visier nimmt. Ein gewaltiger Tsunami wird entstehen, der die ganzen Herrscherthrone wegreißen, Palästina befreien und das Zionistengebilde zertreten wird. Mit der Erlaubnis Allahs wird dies leicht und einfach sein, auch wenn viele es für eine Illusion halten. Denn die Umma birgt ein Überzeugungsfundament in sich mit der Schubkraft eines tosenden Flusses. Sie hegt auch einen abgrundtiefen Hass auf die USA und das Zionistengebilde, wegen dem gewaltigen Unrecht, das diese begehen, und das immer schlimmere Formen annimmt. Mit Allahs Erlaubnis ist der Blick auf solche Siegesszenen keineswegs fern, wenn Allah, der Erhabene, Seinen monumentalen Sieg gewährt. Und vielleicht mag das, was die islamische Umma dann vollbringen wird und was die Schlachtfelder bezeugen werden, alles übersteigen, was die Feder heute zu beschreiben vermag. Denn der Erhabene hat die Gesetzmäßigkeit im Diesseits wie folgt bestimmt:

(وَكَانَ حَقّاً عَلَيْنَا نَصْرُ الْمُؤْمِنِينَ)

Und wahrlich, Uns obliegt die Pflicht, die Gläubigen zum Sieg zu führen. (30:47)

17. Šauwāl 1447 n. H.
04.04.2026
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