Sonntag, 23 Rabi' al-thani 1443 | 28/11/2021
Uhrzeit: (M.M.T)
Menu
Hauptmenü
Hauptmenü
  •   |  

بسم الله الرحمن الرحيم

Im Namen Allahs, des Erbarmungsvollen des Barmherzigen

Antwort auf eine Frage

Was steckt hinter dem Ausfall bei Facebook?

Frage:

Am 14.10.2021 veranstalteten die USA einen internationalen Gipfel zur Bekämpfung der Cyberkriminalität, an dem dreißig Länder teilnahmen. Russland und China waren nicht eingeladen. Am Abend des 4. Oktober 2021 setzten die Dienste von Facebook aus. Hunderte Millionen Menschen weltweit waren plötzlich nicht mehr in der Lage Facebook und seine Kommunikationsdienste Whattsapp und Instagram zu nutzen. Der Blackout des Netzwerks dauerte ca. 6 Stunden. Am Tag darauf fand die Anhörung einer ehemaligen Facebook-Mitarbeiterin vor dem US-Senat statt. Was steckt dahinter? War es ein technischer bzw. absichtlich herbeigeführter Fehler? Wenn ja, was hatte es damit auf sich? Und gibt es einen Zusammenhang zwischen diesem Vorfall und dem bekannten Umstand, dass die Technologie-Unternehmen bei den Wahlen Biden unterstützt und sich gegen Trump gestellt hatten?

Antwort:

Bei dem schlimmsten Vorfall seit dreizehn Jahren setzten Facebook und die zum Unternehmen gehörenden Dienste Whattsapp und Massenger am 4. Oktober 2021 für sechs Stunden aus. Das hat sowohl bei Facebook selbst als auch in der Technologie-Branche für große Unruhe gesorgt. Eine Darlegung der Geschehnisse macht Folgendes deutlich:

Erstens: Dieser Ausfall gilt als der schlimmste seit 2008. 3,5 Milliarden Nutzer waren von Facebook und seinen Diensten Whattsapp, Instagram und Messenger abgeschnitten. Das ging mit einem Einbruch der Aktie des Unternehmens um einen Rekordwert von 15% einher, was einem Kollaps gleichkam. Auch der Aktienwert der meisten Tech-Unternehmen ging stark zurück. So fiel der Wert der Twitter-Aktie um 5,7% und auch die übrigen Konzerne mussten Verluste in unterschiedlicher Höhe hinnehmen. Die Einbußen der Technologie-Giganten dominierten weltweit die Nachrichten. Nach Angaben der Zeitung al-Masri al-Yaum vom 05.10.2021 verlor der Hauptaktionär von Facebook, Mark Zuckerberg, ca. 6 Milliarden (einigen Schätzungen zufolge 7 Milliarden) US-Dollar, gefolgt von Jeff Bezos (Amazon) mit einem Verlust von 4,8 Milliarden Dollar, Larry Page und Sergey Brin (Google) von jeweils über zwei Milliarden Dollar und Steve Ballmer (Microsoft) von 1,6 Milliarden Dollar. Auch einige weitere Tycoons aus der Technologiebranche mussten Einbußen hinnehmen. Zu den zehn reichsten Personen, die die höchsten Verluste machten, gehörte nur ein chinesischer Superreicher, und zwar Ma Huateng (Firma Tencent), der fast eine Milliarde US-Dollar verlor. Die restlichen neun waren US-Amerikaner. Somit wird klar, dass der Ausfall bei Facebook und seinen Diensten Whatsapp, Messenger und Instagram ein Fiasko für die gesamte amerikanische Technologiebranche bedeutete. China war dagegen nicht betroffen, sondern blieb als einziges Land von diesem Schlag verschont, da Facebook und dessen Kommunikationsplattformen dort gesperrt sind. „Die gesamte Welt war betroffen, während China weiterhin vom Rest der Welt getrennt blieb, weil es über seine eigenen Social Media-Apps verfügt“, zitierte Sada al-Balad am 10.05.2021 aus Russia Today. Was die Brisanz und Sensibilität der Ereignisse noch erhöht, ist, dass die amerikanische Technologiebranche einerseits einen der größten Wirtschschaftssektoren in den USA bildet und andererseits der größte Financier des Wahlkampfs des demokratischen Präsidenten Biden war und Feind des ehemaligen republikanischen Präsidenten Trump, der wiederum Unterstützung aus dem Energiesektor, insbesondere von US-Ölunternehmen, erhielt. Das könnte auf eine politische Dimension dieses Ausfalls hindeuten, von dem der Facebook-Konzern unmittelbar und massiv getroffen wurde ebenso wie die übrigen Tech-Unternehmen, wenn auch in schwächerer Form.

Zweitens: Bei genauer Betrachtung dessen, was geschehen ist, erkennt man, dass Facebook Opfer eines großen Hackerangriffs bzw. einer Sabotagehandlung war. Zeitgleich waren auch andere amerikanische Technologie-Giganten Opfer von Sabotagehandlungen, die jedoch nicht von gleicher Dimension waren, wie jene bei Facebook und dessen Kommunikationsplattformen. Diese Operation war entweder ein Cyberangriff, der von einer Seite ausgeführt wurde, die über „elektronische Klauen“, also Sabotagekapazitäten, verfügt, wie sie Russland oder China besitzen. Oder es handelte sich um eine Aktion, die aus dem Inneren des Konzerns kam, und zwar als eine an die Feinde des Unternehmens adressierte Botschaft, dass man in der Lage sei, ihnen durch Einstellung der Dienste –wenn auch nur für wenige Stunden – zu schaden. Oder aber es handelte sich um einen gewöhnlichen technischen Fehler eines Mitarbeiters des Unternehmens. Möglich wäre auch, dass es sich um einen Racheakt von Trump und seinen Anhängern handelte, da sich diese Konzerne bei den Wahlen für einen Sturz Trumps und damit für einen Sieg Bidens stark gemacht hatten. Und wenngleich die Angelegenheit noch immer etwas nebulös ist, so weisen doch einige Nachrichten auf die Ursache hin bzw. erscheint sie aufgrund folgender Aspekte naheliegend:

1. Was Russland und China betrifft: Einige vermuteten, dass die beiden Länder hinter diesem externen Angriff steckten. So haben die USA einen virtuellen Gipfel mit 30 Ländern veranstaltet, um einen Teilbereich der Cyberkriminalität - „Ransomware“ - zu erörtern. (RT, 13.10.2021) Russland war zu dem Gipfel nicht eingeladen. Solche Programme fügen amerikanischen Unternehmen jährlich Verluste von rund einer halbe Milliarde US-Dollar zu, indem Hacker diesen Unternehmen Daten stehlen und für ihre Rückkgabe Lösegeld fordern, unter der Bedingung, dass die Zahlung in Kryptowährung erfolgt. Die meisten dieser Angriffe kommen aus Russland. Die Nichteinladung Russlands rechtfertigten die USA damit, dass man das Thema Cybersicherheit mit Russland bilateral diskutiere. Und obwohl die USA den Russen in den letzten Jahren und sogar Monaten tatsächlich vorwarfen, für eine Reihe von Cyberangriffen verantwortlich zu sein, liegt die Annahme, dass Russland oder China hinter dem Angriff auf Facebook stecken, fern und gilt als eher unwahrscheinlich. Und das ist auf mehrere Aspekte zurückzuführen:

a) Facebook selbst schließt diese Möglichkeit aus. Die New York Times berichtete, dass der Konzern es für unwahrscheinlich hält, dass ein Cyberangriff hinter dem Ausfall bei Facebook und seinen Diensten Whattsapp und Instagram steckt. (Al-Arabiya, 04.10.2021)

b) Zum anderen schrecken mittlerweile die Russen, denen gegen Ende der Trump-Ära vorgeworfen wurde, Cyberangriffe auf amerikanische Institutionen durchgeführt zu haben, vor jeglichen Hackerangriffen gegen Amerika zweifellos zurück. Denn dieses Thema war und ist Gegenstand von Gesprächen zwischen beiden Seiten sowohl vor als auch nach dem Gipfel zwischen Biden und Putin, der am 16.06.2021 stattfand. Die USA forderten Russland dazu auf, aktiv gegen Akteure vorzugehen, die von Russland aus Cyberangriffe auf amerikanische Interessen lancieren. Zudem reagierte US-Präsident Biden äußerst scharf auf solche Cyberangriffe: US-Präsident Joe Biden warnte davor, dass ein großer Cyberangriff auf die Vereinigten Staaten zu einem „wahren Krieg“ mit einer Großmacht führen könnte. (Sputnik, 28.07.2021)

c) Was China betrifft, so ist das Land in seinen Cyberangriffen zurückhaltender als Russland. Microsoft erklärte, dass Russland die Hauptquelle von Cyberattacken sei, die von staatlicher Stelle stammen und vom Unternehmen im vergangenen Jahr entdeckt wurden. Der Anteil lag bei 58%. (…) In seinem zweiten jährlichen Microsoft Digital Defence Report, der den Zeitraum von Juli 2020 bis Juni 2021 abdeckt, heißt es, dass China auf der anderen Seite lediglich für weniger als einen von zehn Hackerangriffen durch staatliche Akteure verantwortlich gewesen sei, die von Microsoft entdeckt wurden. (Al-Arabiya, 04.10.2021)

Somit ist die Annahme, dass Russland oder China hinter dem Angriff auf Facebook steckten, nach wie vor schwach belegt.

2. Die Vermutung eines technischen Fehlers im Unternehmen selbst beruht auf folgende Quellen:

a) Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters erklärten Facebook-Mitarbeiter, die namentlich nicht genannt werden wollten, dass der Fehler innerhalb des Unternehmens lag und dass der Ausfall durch einen internen Fehler in der Art und Weise, wie der Internetverkehr zu den Systemen des Unternehmens geleitet wird, verursacht wurde. In einer Erklärung führte Facebook an, dass der Fehler, der zum Internet-Ausfall führte, ein sogenannter „faulty configuration change“ war, d. h., dass Änderungen an den Konfigurationsdateien, die den Netzverkehr zwischen den Rechenzentren koordinieren, zu einer Umleitung der Facebook-Systeme im Internet geführt haben und zu ihrer Entfernung aus dem NVRAM-Speicher. Das führte wiederum zu einer Veränderung des Speichercodes und der Betriebsschlüssel. Als diese dann neuerlich adressiert wurden, war nichts mehr so wie früher. (Sada al-Balad, 05.10.2021)

b) Facebook entschuldigte sich für den Ausfall seines Netzwerks, der seine gesamten Apps lahmlegte. Das Unternehmen enthüllte am heutigen Dienstagmorgen die Gründe für den Ausfall der Dienste seiner Plattformen Facebook, Instagram und Whattsapp. Das Unternehmen betonte in einer Erklärung, dass seiner Meinung nach der Hauptgrund für die Unterbrechung darin gelegen habe, dass „eine fehlerhafte Änderung in den Einstellungen der Hauptrouter Probleme verursacht und zur Unterbrechung des Verbindungsdienstes geführt habe“. (Al-Mayadin, 05.10.2021)

Doch auch das ist nur eine schwache und eher unwahrscheinliche Möglichkeit. Aus folgenden Gründen kann nicht davon ausgegangen werden, dass all dies lediglich ein technischer Fehler war:

a) Gewöhnlich geht ein technischer Fehler von einer Person aus und nicht von mehreren Personen gleichzeitig. Es ist unwahrscheinlich, dass eine einzige Person, unabhängig von ihrem technischen Posten im Unternehmen, in der Lage ist, einen Konzern wie Facebook und all seine Dienste wie Messenger, Whattsapp und Instagram, die getrennt verwaltet werden, lahmzulegen. Dieser Konzern beschäftigt allein für den Sicherheitsbereich im Internet 20.000 Mitarbeiter, ganz zu schweigen von den restlichen Angestellten. Dass ein solcher Gigant wie Facebook samt seiner riesigen Tochterunternehmen durch die Hand eines einzigen Mitarbeiters vom Internet abgeschnitten wird, ist unmöglich!

b) Ferner handelte es sich hierbei um einen gravierenden, komplexen und komplizierten Fehler, abgesehen davon, dass das Unternehmen vollständig vom Internet abgeschnitten war und Verluste in Höhe von bis zu 50 Milliarden Dollar seines Marktwertes erlitt. Dieser Fehler hat es eine Zeit lang möglich gemacht, die konzerneigenen Domains www.facebook.com in einer öffentlichen Versteigerung im Internet zum Verkauf anzubieten. „Al-Yaum al-Sabi berichtete am 05.10.2021 unter Berufung auf die New York Times, dass die Angestellten nicht einmal in der Lage waren, die Türen des Gebäudes zu öffnen und an die Server zu gelangen, um den Fehler zu beheben. Facebook habe ein Team von Mitarbeitern in die Datenzentrale des Unternehemens nach Kalifornien geschickt, „um die Server manuell zu reaktivieren“, so al-Masry al-Yaum vom 05.10.2021, die aus der New York Times zitierte.

3. Dass das Unernehmen diesen Fehler absichtlich herbeigeführt hat, um eine Botschaft an jene zu senden, die versuchen, ihm zu schaden, so gab es dazu folgende Aussagen:

a) Es wurde behauptet, dass die Störung dadurch zustandekam, dass Facebook das sogenannte „Border Gateway Protocol route“, kurz „BGP“, unterbrochen habe. Dies ist sozusagen die Route oder der Weg, den die Daten nehmen, um zur entsprechenden Website zu gelangen. Ohne sie hätte der User keinen Zugriff auf die Seite. Zur Veranschaulichung das folgende einfache Beispiel: Die Idee des BGP-Protokolls ähnelt der Idee des GPS-Programms, das wir an unseren Smartphones nutzen, um zu Fuß oder mit dem Auto die günstigste Strecke zu finden. Kurz: Facebook und seine Plattformen Whatsapp, Messenger und Instagram verschwanden von diesen Karten und Routen, die miteinander vernetzt sind, weil der Konzern das sogenannte Border Gateway Protocol blockiert habe.

b) Auch gab es folgende Erklärung, warum Facebook selbst hinter der Störung der Dienste und Plattformen des Unternehmens stecken könnte: Möglicherweise wollte der Social-Media-Konzern durch diesen beabsichtigten Ausfall, dass seine Ingenieure in der Zeit umfangreiche Löschungen vornehmen und sensible Inhalte entfernen, von denen die Leaks der ehemaligen Facebook-Mitarbeiterin Frances Haugen handeln. Und das aus Angst vor dem, was in der Sitzung des US-Kongresses herauskommen könnte, in der die Ex-Mitarbeiterin zu den psychischen Schäden, die das Netzwerk verursachen soll, als Zeugin angehört werden sollte.

Bei Betrachtung der Faktoren, die dafür sprechen könnten, dass Facebook selbst den Ausfall bewusst verursacht habe, so sagen wir, dass sie als Beweis zu schwach sind:

a) Das, was passiert ist, hat dem Unternehmen immensen finanziellen Schaden zugefügt. Kapitalistische Unternehmen legen jedoch den Fokus ihrer Arbeit auf den finanziellen Profit und auf den kommerziellen Ruf. Ihre Werte sind rein materieller Natur. Daher gilt es als unwahrscheinlich, dass ein solcher Konzern intern Sabotage betreibt, der zu immensen Verlusten und einem schlechten Image führt, es sei denn, der finanzielle Profit wäre dadurch größer und würde diesen Ruf wettmachen. Es liegt jedoch nichts vor, was mit Blick auf das Geschehene, darauf hindeutet. All das lässt die Möglichkeit bewusst herbeigeführter interner Sabotage seitens des Unternehmen selbst bzw. seiner Mitarbeiter unwahrscheinlich erscheinen.

b) Dass der Facebook-Blackout beabsichtigt war, um sämtliche sensiblen Inhalte zu löschen, von denen die Ex-Mitarbeiterin Frances Haugen sprach, so war die Anhörung der ehemaligen Facebook-Angestellten im Senat noch vor dem Ausfall geplant. Sie fand einen Tag nach dem Vorfall statt, also am 05.10.2021. Das heißt jedoch nicht, dass das Unternehmen nicht die Leaks der Mitarbeiterin erwartet hätte, zumal ihre Rede im Kongress im Voraus angekündigt war. Einen Tag vor dem Ausfall der Facebook-Dienste trat sie im amerikanischen Fernsehsender CBS in der berühmten Sendung 60 Minutes auf, um die Pfeile ihrer Wut auf das Facebook-Unternehmen und dessen Chef abzuschießen. Und einen Tag nach dem Störvorfall fand ihre Anhörung vor dem Senat statt, um dann mit noch schärferen Waffen anzugreifen. Doch so etwas wäre für den Konzern keine Veranlassung, bewusst einen Fehler zu verursachen, um anschließend solch astronomische Summen zu verlieren!

4. Dass hinter dem Vorfall Trump und seine Leute stecken, aus Rache dafür, dass der Konzern sich bei den Wahlen auf die Seite Bidens und gegen Trump stellte, so hat es folgende Aussagen dazu gegeben:

a) Einige der großen US-Technologieunternehmen wurden von Trump in seiner Regierungszeit aufgrund der Verbreitung von „Fake News“ attackiert. Viele von ihnen haben den Sieg der Demokraten 2020 begrüßt. Technologieunternehmen aus dem Sillicon Valley waren die größten Geldgeber im Wahlkampf des demokratischen Präsidenten Biden gegen den ehemaligen republikanischen Präsidenten Trump, der wiederum von der Energiebranche, insbesondere von amerikanischen Ölunternehmen unterstützt wurde. Das offenbart eine politische Dimension dieser umfangreichen Störung bei Facebook.

b) Zwischen der Regierung und den Techunternehmen entstand ein großes Problem, als Trump einen Handelskrieg mit China entfachte. So war der Apple-Konzern von den Zöllen, die die Regierung auf einige Unterhaltungselektronikprodukte auferlegte, die in China montiert und von dort bezogen und eingeführt wurden, direkt betroffen. Apple-Chef Tim Cook war gezwungen, mit dem Weißen Haus zu kommunizieren und sogar an mehreren Task Forces der Regierung teilzunehmen, um den Schaden, den die Handelspolitik Trumps dem Apple-Konzern zufügen könnte, im Auge zu behalten.

c) Den Äußerungen der ehemaligen Mitarbeiterin Haugen nach, ist sie Befürworterin der Republikaner. Zu ihrem Background folgende Anmerkungen:

Nachdem sie ihren Job beim Social-Media-Konzern gekündigt hatte, konzentrierten sich ihr Zorn und ihre Kritik auf Facebook-Gründer Zuckerberg, d. h. sie hat sich auf ein sehr schwieriges, großformatiges Terrain begeben. Und das deutet darauf hin, dass eine bestimmte Seite hinter ihr steht.... Darüberhinaus spielte sie der Zeitung Wall Street Journal interne Dokumente zu: Bevor sie im Mai das Facebook-Unternehmen verließ, hat Frances Haugen firmeninterne Dateien mitgenommen und sie explizit der Zeitung Wall Street Journal zugespielt. In einem im September veröffentlichten Artikel enthüllte die Tageszeitung auf Grundlage dieser Informationen, dass das Unternehmen Untersuchungen zu Instagram, das seit drei Jahren zum Konzern gehört, durchgeführt hatte, um den Einfluss von Instagram auf Teenager festzustellen. (DW, 04.10.2021) Diese Zeitung gilt, wie Aljazeera am 28.10.2007 erwähnte, als konservatives Blatt, das der Republikanischen Partei nahesteht: Wall Street Journal ist nicht bloß eine Wirtschaftszeitung, sondern hat auch politische Standpunkte. Sie ist konservativ ausgerichtet und unterstützt Israel massiv, wie aus ihren Leitartikeln deutlich wird. Sie befürwortet die Republikanische Partei und hat Kontakte zu den Neokonservativen. (Aljazeera, 28.10.2007) So steht auch in der deutschen Version von Wikipedia: Die politische Ausrichtung des Wall Street Journal gilt als konservativ und den Republikanern zugeneigt.

Was ebenfalls auf eine mögliche Verbindung zwischen diesem Vorfall und der Republikanischen Partei hindeutet, ist, dass diese Mitarbeiterin als Produktmanagerin in der Facebook-Abteilung für Civic Integrity tätig war, einer Abteilung, die sich mit Fehlinformationen beschäftigt und mit der Eindämmung der Bedrohungen durch Wahlmanipulation. Bekanntermaßen waren die Präsidentschaftswahlen 2020 äußerst turbulent und von Spannungen zwischen den beiden Parteien geprägt. Offenbar standen die Republikanische Partei und die Unterstützer Trumps in Kontakt zu dieser Mitarbeiterin, als sie dabei war, die antirepublikanische Position des Facebook-Konzerns aufzudecken.

d) Diese ehemalige Managerin erklärte am 05.10.2021 vor dem Kongress, dass das Unternehmen ein Wachstum der Gewinne über die Sicherheit der Nutzer stelle. Bei der Anhörung vor dem Kongress erklärte sie: „Facebook hält Informationen zurück und macht irreführende Angaben, wenn man Nachfragen stellt (…) Mark Zuckerberg kann es individuell kontrollieren, denn er ist verantwortlich für die Gestaltung der Algorithmen. (…) 70% der Facebook-Mitarbeiter empfinden das Unternehmen als nicht fair. Ohne Einmischung des Kongresses ist Facebook nicht in der Lage, den Fehler im Umgang mit Kindern zu beheben. (Iram-Website, 06.10.2021)

5. Fasst man all das zusammen, so liegt die Wahrscheinlichkeit nahe, dass Trump und seine Anhänger hinter diesem Sabotageakt auf Facebook und seine Dienste stecken und auch dahinter, dass die Fehltritte des Konzerns, insbesondere die Programme, die sich schädlich auf Kinder, Teenager und vor allem Mädchen auswirken sollen, in den Fokus rücken. Dieser Umstand brachte Facebook samt seinem Konzernchef in große Bedrängnis und hat die halbe Öffentlichkeit gegen das Unternehmen und den Demokratenanhänger Zuckerberg aufgebracht. Schließlich hat der Sachverhalt mit der Schädigung von Kindern, Jugendlichen und Mädchen zu tun. Und auch für Biden könnte es peinlich werden, wenn er dazu schweigen und keine Maßnahmen gegen das Unternehmen und seinen Chef ergreifen sollte. Doch tiefgreifende Schritte dürften nicht zu erwarten sein, allenfalls Mittel zur Beruhigung der öffentlichen Meinung.

Als Fazit ist zu sagen, dass die Härte dieser Leute untereinander heftig ist. Und die Werte dieser ungerechten, unheilverbreitenden Kapitalisten beruhen allein auf dem persönlichen Nutzen, selbst wenn es für Andere Schaden bedeutet…, selbst wenn es die eigenen Gemeinschafts- und Gesinnungsgenossen sind – sollten sie überhaupt eine Gesinnung haben!

(وَكَذَلِكَ نُوَلِّي بَعْضَ الظَّالِمِينَ بَعْضاً بِمَا كَانُوا يَكْسِبُونَ)

Und so setzen Wir die Ungerechten aufeinander an für das, was sie erwarben.(6:129)

Sie sind

(كَمَنْ مَثَلُهُ فِي الظُّلُمَاتِ لَيْسَ بِخَارِجٍ مِنْهَا كَذَلِكَ زُيِّنَ لِلْكَافِرِينَ مَا كَانُوا يَعْمَلُونَ)

Wie das Gleichnis dessen, der sich in Finsternissen befindet, aus denen er nicht herauskommen kann. So wurde den Ungläubigen ausgeschmückt, was sie zu tun pflegten. (6:122)

Es ist wahrlich ein Drama, dass solche Leute die Welt beherrschen und Verderbnis über sie bringen, anstatt sie zu richten. Doch jemand, der nichts hat, kann auch nichts geben.

Die Welt kann nur durch Leute geheilt werden, die Allah lieben und die Er liebt und die unter dem Banner des Kalifats stehen. Ihre Werte bestehen im Erlangen des Wohlgefallen Allahs und Seines Gesandten. Sie lieben das Gute für ihre Geschwister, so wie sie es für sich selbst lieben.

(أَذِلَّةٍ عَلَى الْمُؤْمِنِينَ أَعِزَّةٍ عَلَى الْكَافِرِينَ يُجَاهِدُونَ فِي سَبِيلِ اللَّهِ وَلَا يَخَافُونَ لَوْمَةَ لَائِمٍ ذَلِكَ فَضْلُ اللَّهِ يُؤْتِيهِ مَنْ يَشَاءُ وَاللَّهُ وَاسِعٌ عَلِيمٌ)

Demütig gegen die Gläubigen und hart gegen die Ungläubigen; sie kämpfen auf dem Wege Allahs, ohne den Tadel eines Tadelnden zu fürchten. Das ist die Huld Allahs; Er gewährt sie, wem Er will; und Allah ist Allumfassend, Allwissend. (5:54)

        17. Rabīʿ al-Awwal 1443 n. H.
        24. Oktober 2021 n. Chr.
Nach oben

Seitenkategorie

Links

Die westlichen Länder

Muslimische Länder

Muslimische Länder