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بسم الله الرحمن الرحيم
Im Namen Allahs des Allerbarmers des Barmherzigen
Antwort auf eine Frage
Was sind die Hintergründe der Zuspitzung der jemenitischen Krise in diesem drastischen Ausmaß?
Frage:
Nachdem die Kräfte des Südlichen Übergangsrates im Jemen unter der Führung von Aidarus az-Zubaidi, der zugleich Mitglied des Präsidialrates ist, damit begonnen hatten, Truppen in Hadramaut und al-Mahra zu stationieren, geriet die Lage zunehmend außer Kontrolle. In der Folge kündigte der Vorsitzende des Präsidialrates, Raschad al-Alimi, das gemeinsame Verteidigungsabkommen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten mit der Forderung auf, dass die Vereinigten Arabischen Emirate ihre Streitkräfte binnen 24 Stunden aus dem Jemen abziehen. Saudi-Arabien unterstützte diesen Schritt umgehend, bombardierte emiratische Waffenbestände im Hafen von al-Mukalla und verlangte seinerseits von den Vereinigten Arabischen Emiraten, der Forderung Raschad al-Alimis nachzukommen und ihre Truppen aus dem Jemen abzuziehen. Daraufhin zogen sich die Emirate zurück. Und schließlich floh az-Zubaidi in die Vereinigten Arabischen Emirate. Was aber steckt hinter dieser Eskalation der Jemen-Frage, und das in solch massiver Weise? Verliert Großbritannien seine Gefolgsleute im Jemen? Und besitzt dieser Konflikt eine internationale Dimension?
Antwort:
Um die Zusammenhänge zu klären, werden wir zunächst darlegen, auf welche Weise sich diese Krise herausgebildet hat, um anschließend die Ergebnisse und Entwicklungen zu beleuchten, zu denen diese Ereignisse führen werden.
Erstens: Die lokale Dimension der Herausbildung der Krise
1. Dem äußeren Anschein nach begann die Krise Gestalt anzunehmen, als der Südjemenitische Übergangsrat – der als der standfesteste Akteur bei der Unterstützung des Projekts zur Wiedererrichtung eines Staates Südjemen gilt – seine Kräfte einsetzte, um die Kontrolle über Hadramaut und al-Mahra zu übernehmen und die von Amr bin Habrisch geführten Kräfte des Stammesbündnisses aus den Ölanlagen zu vertreiben. Jemenitische Truppen, die dem Südjemenitischen Übergangsrat loyal gesinnt sind, erklärten am frühen Donnerstagmorgen die Übernahme der Kontrolle über die zu den Ölgesellschaften gehörenden Standorte im Gebiet al-Masila in der Provinz Hadramaut, nachdem eine militärische Ausbreitung vonstattenging, die die Ölfelder, das Umfeld der Anlagen sowie die Versorgungsrouten umfasste. Dies erfolgte nach dem Abzug von Einheiten des Hadramaut-Stammesbündnisses aus ihren Stellungen in der Region infolge begrenzter Zusammenstöße an einigen Punkten … (BBC, 4.12.2025)
2. Aljazeera berichtete am 03.12.2025, dass eine saudische Delegation unter der Leitung von Mohammed al-Qahtani in der Stadt al-Mukalla, der Hauptstadt der Region Hadramaut, eingetroffen sei. Dort brachte sie die beteiligten Akteure zusammen, woraufhin eine Einigung zur Beendigung der Eskalation erzielt und in einem entsprechenden Memorandum festgehalten wurde. Das Medienbüro der Provinz Hadramaut erklärte in einer Stellungnahme, dass die Vereinbarung vom Gouverneur von Hadramaut, Salim Ahmed al-Khanbaschi, sowie von Scheich Amr bin Ali bin Habrisch, dem Ersten Stellvertreter des Gouverneurs und Vorsitzenden des Stammesbündnisses von Hadramaut, unterzeichnet worden sei (Sky News, 04.12.2025). Darüber hinaus wurde vereinbart, dass die saudische Delegation in Hadramaut verbleibt, um als Garant für die Umsetzung der Vereinbarung zu fungieren.
3. Scheich Amr bin Habrisch, Vorsitzender des Stammesbündnisses von Hadramaut, das die „Einführung einer autonomen Selbstverwaltung für die ölreiche Provinz im Osten des Jemen“ fordert, erklärte, Hadramaut sei einem bewaffneten äußeren Angriff ausgesetzt, der Stellungen an der Küste und auf dem Hochplateau ins Visier nehme und eine ernsthafte Bedrohung für die Erdölanlagen darstelle. In einer im Fernsehen übertragenen Ansprache beschuldigte bin Habrisch die Kräfte des Südlichen Übergangsrates, „einen heimtückischen Angriff auf Stellungen des Stammesbündnisses durchgeführt und dabei Drohnen eingesetzt zu haben. Dies stelle einen eklatanten Bruch des zwischen dem Bündnis und den lokalen Behörden der Provinz Hadramaut geschlossenen Abkommens dar und habe Tote sowie Verletzte zur Folge gehabt. (Al-Arabi al-Jadid, 09.12.2025).
Saudi-Arabien lehnte diese Entwicklungen ab. Generalmajor Mohammed al-Qahtani, Vorsitzender des Sonderausschusses für den Jemen und Leiter der saudischen Delegation, die derzeit die Provinz Hadramaut besucht, bekräftigte die Haltung seines Landes, die Stabilität der Provinz uneingeschränkt zu unterstützen, und lehnte zugleich „jegliche Versuche ab, durch den Einsatz von Gewalt vollendete Tatsachen zu schaffen“.
4. In der Zwischenzeit nahm der Vorsitzende des jemenitischen Präsidialrats, Rashad al-Alimi, eine Haltung ein, die mit Saudi-Arabien übereinstimmte. Er bekräftigte seine kategorische Ablehnung jeglicher einseitiger Schritte, die die Sicherheit und Stabilität untergraben und die Befugnisse der legitimen Regierung aushöhlen könnten, und hob zugleich die Notwendigkeit hervor, das in der Provinz Hadramaut erzielte Deeskalationsabkommen uneingeschränkt einzuhalten. Diese Äußerungen tätigte al-Alimi unmittelbar vor seiner Abreise aus der Übergangshauptstadt Aden in Richtung des Königreichs Saudi-Arabien (Al-Quds, 05.12.2025).
5. Als die Bemühungen Saudi-Arabiens, die Lage wieder auf den Stand vor dem Einsatz der Kräfte des Übergangsrats durch die Vereinigten Arabischen Emirate in Hadramaut und al-Mahra zu bringen, keine Früchte trugen und in eine Sackgasse führten, verschärfte sich die Krise zunehmend und nahm regionale Dimensionen an. So erließ Rashad al-Alimi, Vorsitzender des Präsidialrats im Jemen, am Dienstag eine Entscheidung zur Aufhebung des Abkommens über die gemeinsame Verteidigung mit den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und setzte den emiratischen Truppen eine Frist von 24 Stunden für den Abzug aus dem Jemen (RT, 30.12.2025). Gleichzeitig befahl er den „Heimatschutz“-Einheiten – diese unterstehen dem Verteidigungsministerium - sich in Bewegung zu setzen und sämtliche Militärstützpunkte in den beiden Gouvernements zu übernehmen.
6. Saudi-Arabien begrüßte diesen Schritt umgehend. Dann spitzte sich die Krise weiter zu. So bombardierten saudische Streitkräfte Waffenbestände und Munition, die die Vereinigten Arabischen Emirate zur Unterstützung des Übergangsrates zum Hafen von Mukalla geschickt hatten. Der von Saudi-Arabien geführte Koalitionsverband im Jemen erklärte am Dienstag die Durchführung einer begrenzten militärischen Operation, bei der Waffen und Kampffahrzeuge ins Visier genommen wurden, die aus den VAE im Hafen von Mukalla in der Provinz Hadramaut angekommen waren. (Sada News, 30.12.2025). Und so entstand eine akute Krise im Jemen, die auch durch diplomatische Bemühungen nicht gelöst werden konnte und sich schließlich regional ausweitete. Saudi-Arabien forderte den Präsidialrat auf, die Vereinigten Arabischen Emirate aus der jemenitischen Arena hinauszuwerfen. Anschließend griff es die von den Emiraten gelieferten Waffen für den Übergangsrat in Hadramaut an, wodurch eine schwere Konfrontation zwischen Saudi-Arabien und den VAE drohte, vergleichbar mit der Krise zwischen Saudi-Arabien und Katar im Jahr 2017.
7. Die Drohkulisse blieb weiter bestehen, bis die Vereinigten Arabischen Emirate schließlich „nachgaben“ und den Abzug ihrer Truppen aus dem Jemen ankündigten. Das Verteidigungsministerium der Vereinigten Arabischen Emirate erklärte am Dienstag, dass die verbleibenden Anti-Terror-Einheiten im Jemen freiwillig aufgelöst würden, unter Gewährleistung der Sicherheit ihres Personals und in Abstimmung mit den beteiligten Partnern. (RT, 30.12.2025). Saudi-Arabien setzte derweil seine Warnungen an die Gefolgsleute der Emirate im Jemen (d. h. den Übergangsrat unter der Führung von Aidarus az-Zubaidi) fort, sich aus Hadramaut und al-Mahra zurückzuziehen. Der Rat, der zunächst nicht reagierte, zeigte unter dem Druck Saudi-Arabiens schließlich erste Anzeichen von Entgegenkommen, etwa durch den Vorschlag einer gemeinsamen Präsenz oder einem teilweisen Rückzug. Die Streitkräfte des Südlichen Übergangsrates im Jemen begannen mit dem Rückzug aus mehreren Gebieten an der Küste und im Tal von Hadramaut. (Al-Mudun, 31.12.2025). Dieser Rückzug stellte jedoch keine endgültige Lösung der Krise dar, er kam vielmehr einem Täuschungsmanöver gleich.
8. Danach, nämlich am 8. Januar 2026, floh az-Zubaidi von Aden nach Abu Dhabi über Somaliland, wie das von Saudi-Arabien geführte Bündnis in den Medien bekanntgab. Anschließend erklärte der saudische Verteidigungsminister, dass das Königreich in Absprache mit den Persönlichkeiten aus dem Süden ein Vorbereitungskomitee zur Organisation der Riad-Konferenz bilden werde. Am Freitagmorgen kündigte der Generalsekretär des Südlichen Übergangsrates im Jemen, Abdulrahman al-Subaihi, die Auflösung des Rates und sämtlicher seiner Gremien an und erklärte zugleich, dass „darauf hingearbeitet werde, das gerechte südliche Ziel durch eine umfassende Süd-Konferenz unter der Schirmherrschaft des Königreichs Saudi-Arabien zu erreichen“ (Al Jazeera, 09.01.2026).
Zweitens: Die internationale Dimension
1. Diese Dimension ist klar und lässt keine Zweifel zu: Die Herrscher Saudi-Arabiens agieren als Vasallen der USA und setzen deren Politik um, während die Herrscher der Vereinigten Arabischen Emirate als Vasallen Großbritanniens die britische Politik umsetzen. Sie stehen damit auf entgegengesetzten Seiten, wodurch ihre Interessen im Jemen in Konflikt geraten. Entweder stehen sie an der Schwelle zu einer Konfrontation oder durchschreiten bereits eines ihrer Tore. Die jemenitischen Akteure in diesem Konflikt hingegen, zumindest bis vor Kurzem, waren Handlanger der Engländer. So ist Aidarus az-Zubaidi, der den Südlichen Übergangsrat im Jemen anführt und eines der acht Mitglieder des Präsidialrats ist, ein britischer Vasall, der sämtliche seiner Aktivitäten mit den Vereinigten Arabischen Emiraten abstimmt.
2. Hinsichtlich des Vorsitzenden des Übergangsrates, Rashad al-Alimi, so gehörte auch er ursprünglich zu Großbritanniens Gefolgschaft. Doch er unterstützte Saudi-Arabien massiv und forderte den Abzug der Vereinigten Arabischen Emirate aus dem Jemen. Die VAE wiederum fungieren als das starke Instrument Großbritanniens, um dessen Einfluss im Jemen aufrechtzuerhalten. Zur Verdeutlichung:
a) Im Jahr 2022 wurde ein Präsidialrat gegründet, dessen Vorsitzender Rashad al-Alimi die Befugnisse des Präsidenten innehat, während die sieben weiteren Mitglieder die Befugnisse eines Vizepräsidenten ausüben. Saudi-Arabien und der US-Vertreter stimmten der Bildung dieses Präsidialrats zu, obwohl die Mehrheit seiner Mitglieder dem jemenitischen Politmilieu angehörte, das unter britischem Einfluss steht. Dies wurde jedoch bewusst in Kauf genommen, da Saudi-Arabien den Präsidialrat durch finanzielle und sicherheitspolitische Unterstützung kontrollierte, insbesondere indem es vier Mitglieder des Übergangsrates einbrachte, um diesen zu befrieden. Al-Alimi selbst gehörte zuvor zu den Großbritannien-Vasallen und bekleidete bereits unter dem früheren jemenitischen Präsidenten Ali Abdullah Saleh hohe politische Ämter. Seine längere Aufenthaltszeit in Saudi-Arabien und seine starke Abhängigkeit von den von Saudi-Arabien bereitgestellten finanziellen und sicherheitspolitischen Hilfen bescherten dem Königreich jedoch erheblichen Einfluss auf ihn, der in letzter Zeit noch zunahm.
b) Aus diesem Grund nahm Al-Alimi eine harte Haltung gegen den Angriff des Übergangsrates auf die Gouvernements Hadramaut und al-Mahra Anfang Dezember ein. Damit nicht genug, forderte er in strikter Haltung die Vertreibung der Vereinigten Arabischen Emirate aus der jemenitischen Arena, was dem noch verbliebenen britischen Einfluss im Jemen erheblichen Schaden zufügt. Dies deutet auf einen Loyalitätswechsel hin, den seine jüngste Erklärung nahelegt, wenn nicht sogar bestätigt. Der Vorsitzende des präsidialen Führungsrates im Jemen, Rashad al-Alimi, erklärte: „Der Schutz der strategischen Partnerschaft mit Saudi-Arabien ist eine nationale Verantwortung. Die jemenitische Führung erkennt sowohl die Vorteile, die sie damit erzielt, als auch die Risiken, die mit einer Vernachlässigung dieser Partnerschaft einhergehen, und betont, dass diese Partnerschaft eine zentrale Säule für die Unterstützung der Bemühungen um die Wiederherstellung des jemenitischen Staates darstellt.“ (Al-Arabiya, 01.01.2026) Daher griffen ihn die Führungsköpfe der Großbritannien-Vasallen im Präsidialrat an und warfen ihm vor, über seine Befugnisse hinaus zu handeln. In einer gemeinsamen Erklärung hieß es: „Wir verfolgen mit großer Sorge die einseitigen Maßnahmen und Entscheidungen des Vorsitzenden des Präsidialrats Rashad al-Alimi, darunter die Ausrufung des Ausnahmezustands, die Formulierung schwerwiegender politischer und sicherheitspolitischer Bewertungen bis hin zur Behauptung, die Vereinigten Arabischen Emirate aus der Arabischen Koalition und aus dem jemenitischen Staatsgebiet ausgeschlossen zu haben.“ (Independent Arabia, 30.12.2025) Der Loyalitätswechsel al-Alimis von den Briten hin zu Saudi-Arabien bedeutet zwar nicht das Ende der Gefolgsmänner Großbritanniens im Südjemen, jedoch schwächt es sie, insbesondere nach der Auflösung des Übergangsrates durch Abdulrahman al-Subaihi.
Drittens: Bei genauer Betrachtung dieses akuten Konflikts zeigt sich, dass er sich in erster Linie um Hadramaut dreht und das Gouvernement al-Mahra mit einschließt.
1.Hadramaut, dessen Fläche nahezu ein Drittel des jemenitischen Staatsgebiets ausmacht, blieb während der gesamten Jahre des Jemenkrieges weitgehend am Rande des Konflikts und galt implizit als Teil der Einflusszonen des Südjemenitischen Übergangsrates, der auf eine Abspaltung des Südjemen vom Norden des Landes hinarbeitet. Saudi-Arabiens Interventionen in dieser Region waren derweil begrenzt. So unterstützte Saudi-Arabien im Jahr 2024 den Einsatz jemenitischer Regierungstruppen unter Rashad al-Alimi in Hadramaut, während der von den Emiraten unterstützte Übergangsrat dagegen war. (Balqees, 03.06.2024). Die saudischen Interventionen blieben weiterhin begrenzt, bis Donald Trump in den USA an die Macht kam. Seitdem intensivierten sich die saudischen Interventionen, die in die jüngsten Drohungen gegenüber den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Übergangsrat gipfelten.
2. Dass Saudi-Arabiens Interventionen in Hadramaut nach der Amtsübernahme Trumps zugenommen haben, war unverkennbar. Mit Beginn des Jahres 2025 fing Saudi-Arabien an, erheblichen Einfluss in Hadramaut auszuüben, Kontakt zu den Stammesführern aufzunehmen und sich Unterstützer vor Ort aufzubauen. Gefunden wurde dieser Einflussträger in Amr bin Hubraish, dem Anführer des Stammesbündnisses von Hadramaut und ersten Stellvertreter des Gouverneurs von Hadramaut. Saudi-Arabien begann, ihn zu fördern und ihm zusätzliche Macht zu verschaffen, sodass er zunehmend nach Kontrolle und Vorherrschaft in Hadramaut strebte. Im Februar 2025 steigerte Bin Hubraish die Spannungen erneut, indem er die „Schutzkräfte Hadramauts“ gründete, gleichzeitig mit der Ankündigung eines Öl-Exportstopps. (Aljazeera Net, 03.12.2025). Anschließend empfingen hochrangige saudische Offizielle, darunter der Verteidigungsminister und der Generalstabschef, Bin Hubraish in Riad, nachdem Saudi-Arabien ein Militärflugzeug entsandt hatte, um ihn von Say’un nach Riad zu bringen, und ihm großzügige Unterstützung gewährte. (Al-Arab, 29.03.2025). Nach seiner Rückkehr nach Hadramaut kündigte er im Mai 2025 die Aufstellung von sechs Militärbrigaden mit insgesamt 35.000 Kämpfern an sowie die Gründung spezialisierter Sicherheitseinheiten wie des Spezialsicherheitsdienstesund der Notfallkräfte. Schließlich trieb das Königreich seinen Gefolgsmann Bin Hubraish dazu an, die Kontrolle über die Ölgesellschaften zu übernehmen, was beim Übergangsrat unter Aidarus az-Zubaidi das Fass zum Überlaufen brachte. Das veranlasste diesen dann, aktiv zu werden und Hadramaut wieder unter seine Kontrolle zu bringen, was die Krise anfachte.
3. Ein weiterer Aspekt ist, dass die flächenmäßig ausgedehnte Provinz Hadramaut über einem kostbaren Schatz an mineralischen Ressourcen sitzt, darunter seltene Metalle wie Scandium, das in großen Mengen in den Küstendistrikten Brom Meefa und Hajar al-Hadrami entdeckt wurde und in der Herstellung von Flugzeugen und Raumfahrzeugen Verwendung findet. Bestätigt wurde dies ebenfalls auf der Website von „Aden City“ am 07.11.2025 unter Berufung auf die Geologische Forschungsbehörde von Hadramaut. Die Entdeckung in Hadramaut könnte den Jemen auf die globale Landkarte der seltenen Metalle setzen; zugleich sind die schwarzen Sande der Region reich an Ilmenit, Rutil, Zirkon und Magnetit, um die internationale Unternehmen zwecks Investitionen wetteifern. Darüber hinaus besitzt Hadramaut bedeutende Vorkommen an Öl, Marmor und Granit. So hat sich der Jemen als einziges arabisches Land einen Platz unter den Produzenten seltener Erden im Nahen Osten gesichert (Energy Platform, Washington, 08.07.2025). Diese seltenen Rohstoffe sind es, die die Trump-Administration in vielen ihrer internationalen Strategien antreiben, insbesondere im Hinblick auf die Eindämmung der chinesischen Dominanz bei diesen wichtigen Seltenerdmetallen, die für sensible industrielle Prozesse wie die Herstellung von Mikrochips entscheidend sind.
4. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass es die Trump-Regierung war, die Saudi-Arabien dazu drängte, die Stabilität Hadramauts zu unterminieren. Die Versuche des Stammesbündnisses unter der Führung von Bin Hubraish, die Kontrolle über die Ölgesellschaften auszubauen und die Forderungen nach Autonomie zu verstärken, führten dazu, dass die Großbritannien-Clique (die Vereinigten Arabischen Emirate und ihre lokalen Partner wie der Übergangsrat) einen Angriff auf Hadramaut starteten und die Kontrolle über die Region sowie das Gouvernement al-Mahra übernahmen. Da sah Saudi-Arabien, oder genauer die Trump-Regierung, rot. Die daraufhin ergriffenen drastischen Maßnahmen gegen die VAE waren in ihrer Härte beispiellos seit der gemeinsamen Operation „Sturmflut der Entschlossenheit“ im Jahr 2015. Dazu gehörten Angriffe auf von den VAE gelieferte Waffen und Drohungen gegenüber deren Anhängern im Übergangsrat. Dies macht deutlich, wie ernst die Trump-Regierung diese Angelegenheit nimmt, nämlich die Angelegenheit der Seltenerdmetallen in Hadramaut. Auch die USA stehen nicht außerhalb des Geschehens, selbst wenn sie auf ihr Werkzeug Saudi-Arabien vertrauen. So nahm US-Außenminister Marco Rubio Kontakt mit dem saudischen Außenminister Faisal bin Farhan auf, um die Lage im Jemen sowie Fragen zu besprechen, die die regionale Sicherheit und Stabilität betreffen (RT, 30.12.2025).
Viertens: Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die jüngste Entwicklung auf der jemenitischen Bühne darin besteht, dass die Trump-Regierung ihren Fokus auf Hadramaut richtet. Und das aufgrund der dort vorhandenen Seltenerdmetalle, die den USA ermöglichen können, der chinesischen Dominanz in diesem sensiblen und für andere industrielle Prozesse entscheidenden Sektor entgegenzutreten. Zugleich deutet sich ein wahrscheinlicher Loyalitätswechsel jemenitischer Führungspersönlichkeiten von Großbritannien hin zu den USA an, allen voran Präsident Rashad al-Alimi. Es ist bekannt, dass chinesische Unternehmen bereits in Hadramaut nach Seltenerdmetallen suchen. Daher ist das Anliegen Trumps in Bezug auf diese Ressourcen dringlich, bevor China die Kontrolle darüber erlangt. So treiben die Vasallen der ungläubigen Staaten die Kämpfe im Jemen voran, um die Interessen in der Seele ihres Herrn zu erfüllen. Diese Abfolge schmerzlicher Ereignisse setzt sich nicht nur im Jemen fort, sondern auch im Sudan und in anderen Ländern der muslimischen Welt.So töten Muslime einander in Konflikten, bei denen ihre Vasallen-Führungen ihnen vorgaukeln, diese Konflikte dienten ihrem höchsten Interesse, um sie dazu zu bewegen, das Kostbarste und Wertvollste zu opfern. Tatsächlich werden diese Auseinandersetzungen jedoch zur Verteidigung der Interessen ungläubiger Staaten geführt. Diese traurige Serie wird sich weiter fortsetzen, bis sich die stärkste Gruppe aus der Umma erhebt, sich auf ihre Herrscher stürzt, diese streng zur Rechenschaft zieht und einen Staat der Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Rechtleitung errichtet – den Staat des Kalifats nach dem Plan des Prophentums. Dann wird, so Allah will, Gutes für den Islam und die Muslime geschehen, mit Segen vom Himmel und mit Gnade, Würde und Ehre:
(إِنَّ اللَّهَ بَالِغُ أَمْرِهِ قَدْ جَعَلَ اللَّهُ لِكُلِّ شَيْءٍ قَدْراً)
Wahrlich, Allah vollendet Seinen Plan; Allah hat für alles ein Maß bestimmt. (65:3)
Und wahrlich, der Morgen, auf den man blickt, ist nah.



